Der FC Alsterbrüder spielt achtklassig Fußball. Trotzdem hat die Mannschaft die wahrscheinlich beste Hinrunde aller Teams in Europa gespielt. Mindestens so beachtenswert ist das Engagement gegen Homophobie und Diskriminierung.

Die fast Zu-Null-Vorrunde in der zweiten Kreisliga hat dem Hamburger Verein FC Alsterbrüder eine Menge Aufmerksamkeit beschert. Dabei fiel dann irgendwann auch auf, dass er sich seit 2014 gegen Homophobie und Diskriminierung engagiert.

Engagement gegen Diskriminierung

Im Verein wurde 2014 die Idee geboren, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren. Das Outing von Ex-Profi-Fußballer Thomas Hitzlsperger fiel auch ungefähr in diesen Zeitraum. Seitdem hat das Team bei jedem Spiel ein Banner im Gepäck. Darauf ist zu lesen: "Alsterbrüder gegen Homophobie". Zu sehen sind zwei Männer, die sich küssen.

Die Aufmerksamkeit durch die sportlichen Erfolge hat auch Diskussionen im Umfeld des Vereins ausgelöst. Die Siegesserie und die Aktion bringen dem Verein mehr Zuschauer und Anhänger. Auch in sozialen Medien des Vereins ist das Thema Homophobie im Fußball ein Thema. "Wir wollten mal einen Punkt setzen", sagt Frank Vöhl-Hitscher vom Alsterbrüder-Vorstand. "Immer wenn sich ein Prominenter outet, wird es eine Zeit lang darüber berichtet, ebbt dann aber wieder ab."

"Aha, der Verein heißt Alsterbrüder und die wenden sich gegen Homophobie? Das ist bestimmt ein Schwulenverein... dann geht es aber schnell wieder um Fußball."

Viel verändert hat sich aber bei den Alsterbrüder durch die besondere Aufmerksamkeit der vergangenen Wochen nicht. "Dazu sind wir zu klein", sagt Frank Vöhl-Hitscher. Bemerkenswert ist aber, dass Kinder, die mit ihren Eltern zum Platz kommen auf das Plakat aufmerksam werden und fragen: "Was ist denn Homophobie?" Das ist gut, findet Frank Vöhl-Hitscher.

"Kinder fragen ihre Eltern: Was ist denn Homophobie? Das ist gut."

Der FC Alsterbrüder hat auch ein Frauenteam: die Alsterperlen. Sie finden das Engagement des Vereins auch super, berichtet Frank Vöhl-Hitscher. Er findet es bemerkenswert, dass es immer noch einen großen Unterschied zwischen Frauen- und Männerfußball gibt, was Homosexualität angeht. Viel mehr Spielerinnen hätten sich in der letzten Zeit geoutet. Deshalb geht die Aktion auch erstmal weiter und solange das Interesse am Club nicht abebbt, freuen sich die Kickerinnen und Kicker über mehr Zuschauer als sonst.

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