Aus ein paar Wochen sind drei Monate geworden. Jetzt ist der erste Dokumentarfilm von Jonas Alter fertig. Wie das geht? Sinn, Verantwortung und Autonomie, das sind Faktoren für innere Motivation, erklärt Psychologe Manuel Pietzonka.

Sieben Wochen filmen und dann einfach aufhören? Jonas Alter hat sich dagegen entscheiden – und für sein Projekt. Ursprünglich hatte er die Idee, den Pflegestreik in Nordrhein-Westfalen mit Kamera und Mikrophon zu begleiten. Jonas Alter ist in eine Demonstration hineingelaufen und hat anschließend den 77 Tage andauernden Streik filmisch dokumentiert.

"Nach vier Wochen hatte ich so eine Phase, wo ich mir dachte: Okay, wo geht es jetzt hin damit."
Jonas Alter, über Zweifel während seines Filmprojekts
Jonas, hat viel Arbeit in sein Filmprojekt zum Streik in nordrhein-westfälischen Pflegeeinrichtungen gesteckt
© privat
Jonas, hat viel Arbeit in sein Filmprojekt über den Streik in nordrhein-westfälischen Pflegeeinrichtungen gesteckt.

Anfänglich war er hochmotiviert, nach etwa vier Wochen kamen ihm Zweifel, ob er auf dem richtigen Weg ist mit seinem Film. Passend dazu heißt der "Höchstens vier Wochen". Jonas Alter hat rund drei Monate daran gearbeitet. Er hat die Drehtage nachträglich inhaltlich strukturiert, sich Hilfe gesucht und als Co-Autor den Dokumentarfilmer Hubertus Koch gewonnen.

Dokumentation braucht eine Geschichte

Inzwischen weiß Jonas Alter, dass Journalismus im Allgemeinen und ein Dokumentarfilm im Speziellen eine Geschichte braucht. Er sagt: "Ich habe gerne Ausführlichkeit, aber so funktioniert Dokumentarfilm nicht. Und so funktioniert Journalismus leider auch nicht unbedingt."

"Mir geht es schon um die Zukunft unseres Gesundheitssystems. Ich glaube, das interessiert ein paar Leute."
Jonas Alter, über seine inhaltliche Motivation

Jonas ist überzeugt, dass sein Film ein Publikum finden wird. Er läuft vom 17.11.2022 an in ausgewählten Kinos. Jonas Alter sieht in dem Streik eine Auseinandersetzung über die Zukunft des Gesundheitssystems und sagt über die Streikenden: "Es ging denen nicht um mehr Geld, sondern es ging darum, anständige Arbeitsbedingungen zu haben."

Motivationskiller im Job

Im Job gibt es ganz klare Motivationskiller, sagt Manuel Pietzonka. Er lehrt Arbeits- und Organisationspsychologie an der privaten Hochschule für Ökonomie und Management in Essen und er nennt konkret: Überforderung, Frustration, Angst, Routine und Langeweile als Motivationskiller.

"Es hat auch ein bisschen damit zu tun, wie sehr mich bestimmte Themen, wie sehr mich bestimmte Tätigkeiten ansprechen und herausfordern."
Manuel Pietzonka, Arbeits- und Organisationspsychologe, private Hochschule für Ökonomie und Management

Er erklärt, dass Motivation stets von der jeweiligen Situation abhängig ist und zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterschieden wird. Intrinsische Faktoren liegen in der Person selbst, extrinsische außerhalb. Faktoren für intrinsische Motivation sind:

  • Interesse
  • Befriedigung
  • Herausforderung

Lob ist generell auch motivierend – also extrinsisch – , wenn aber die Chefin oder der Chef zuviel loben, wird es schwierig, weil das Kompliment entwertet wird. Manuel Pietzonka sagt: "Wenn Sie fünfmal am Tag von Ihrer Führungskraft gelobt werden, ist dieses Lob nichts wert."

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In diesem Beitrag enthaltene Kapitel:
  • Jonas, hat seinen Dokumentarfilm über den Pflegestreik "Höchstens vier Wochen" genannt
  • Motivationspsychologe Manuel Pietzonka weiß, wie ein innerer Drive entstehen kann.
  • Ab 21
  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartner:  Jan Alter, hat gerade seinen ersten Dokumentarfilm fertig gestellt.
  • Gesprächspartner:  Manuel Pietzonka, ist Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie und forscht unter anderem zu Motivation.