Die Alt-Right-Bewegung hat Verbindungen nach Europa und auch nach Deutschland, beispielsweise zu den Identitären, sagt Rechtsextremismus-Forscher Thomas Grumke.

Alt-Right - Spätestens nach Charlottesville ist diese Bewegung ein Begriff. Dahinter verbirgt sich ein Sammelbecken von Rechten, die an die weiße Vorherrschaft glauben und rassistische, antisemitische und islamfeindliche Positionen vertreten. 

White Supremacy

Zu den rechten Bewegungen in Europa, sagt Rechtsextremismus-Forscher Thomas Grumke, gibt es eine ideologische Verbindung. Und in den letzten Jahren haben sich viele Kontakte nach Europa und Deutschland entwickelt.

"Man ist sich sehr einig in dem Anspruch einer weißen Vorherrschaft - sowohl in Europa, als auch in den USA." ​
Thomas Grumke, Rechtsextremismus-Forscher

In den USA ist die Bewegung sehr fragmentiert, so Grumke. Die verschiedenen Gruppen seien aber durch ihre Weltanschauung verbunden. Gesehen habe man das bei dem gemeinsamen Fackellauf der Szene in Virgina und dem Slogan "You will not replace us" - "Ihr werdet uns nicht ersetzen" - bezogen auf weiße Rasse und Kultur.

"Man ist Teil des selben Kampfes, egal wo der stattfindet. Das ist ein globaler Kampf - zur Erhaltung der weißen Rasse und einer europäischen Kultur."
Thomas Grumke, Rechtsextremismus-Forscher

"Alt-Right" hat gute Kontakte, beispielsweise zu den Identitären nach Europa, sagt Grumke: Deren Schiff im Mittelmeer, das Flüchtlinge an der Überfahrt nach Europa hindern sollte, sei durch Fundraising der Altright-Bewegung im Internet finanziert worden. "So arbeitet man zusammen und hilft sich."

Foren und Freundschaft

Die Angst, kulturell oder auch rassisch quasi ausgetauscht zu werden, verbindet die Rechtsextremen diesseits und jenseits des Atlantiks. Neben den Kontakten über das Internet gibt es auch persönliche Kontakte, so Grumke. Richard Spencer etwa, rechtsextremer Aktivist aus den USA, sei schon öfter bei Veranstaltungen Gleichgesinnter in Europa gewesen.

"Ich spreche immer von den 'Internationalen Nationalisten' oder von den 'Nationalistischen Internationalen' - wie man will."
Thomas Grumke, Rechtsextremismus-Forscher

Grumke glaubt, dass sich die Identitären oder Neonazi-Gruppen wie "Der III. Weg" Stilmittel und Aktionsformen aus den USA abschauen werden. "Dinge, die sich über Video später im Internet verbreiten lassen, das macht man am liebsten."