Nachhaltig und reduziert wohnen: Das ist die Philosophie hinter dem Wohnwagon, der auf rund 25 Quadratmetern alles bietet, was man zum Leben braucht - samt Solarstrom und Biotoilette.

Bis zu zehn Meter lang, 25 bis 30 Quadratmeter Wohnfläche, Solarstromzellen und Kläranlage auf dem Dach: Das ist der Wohnwagon, ein Wohnwagen, der dazu gemacht ist, seine Bewohner dauerhaft zu beherbergen. Die Idee dahinter: Ein alternatives Wohnkonzept, das auf Reduktion und Nachhaltigkeit setzt, erklärt DRadio-Wissen-Redakteurin Tina Kießling: "Der Wohnwagon ist autark. Die voll ausgebaute Version hat eine Biotoilette und Solarzellen auf dem Dach." Sollten die im Winter mal nicht genug Strom liefern, verfügt der Wagen auch über einen Holzofen.

Vom Dach in die Dusche

Außerdem haben die Macher aus Österreich einen eigenen Wasserkreislauf entwickelt: Für den Trinkwassertank wird Regenwasser gefiltert, das für Duschen und Händewaschen benutzte Wasser wird aufs Dach gepumpt und dort über eine spezielle Kläranlage wiederaufbereitet.

"Wir haben eine Grünkläranlage auf dem Dach, die über Sumpfpflanzen das benutzte Wasser wieder reinigt. In den Wurzeln der Pflanzen wohnen Mikroorganismen, die die Schadstoffe im Wasser aufspalten."
Theresa Steiniger, Wohnwagon-Geschäftsführerin

Die Inneneinrichtung des Wohnwagons unterscheidet sich nicht wesentlich von der einer normalen Wohnung - allerdings ist das Platzangebot auf maximal 30 Quadratmeter beschränkt. Doch auch das hat Konzept: Die Macher wollten ein Statement setzen für den "Luxus der Reduktion".

"Wir wollten zeigen, dass man auch auf kleinem Raum alles unterbringen kann, was man braucht und dass das im Prinzip ein sehr befreiendes Gefühl ist."
Theresa Steiniger, Wohnwagon-Geschäftsführerin

Fahren kann der Wohnwagon allerdings nicht, sondern muss per Tieflader an einen festen Stellplatz transportiert werden. Auch der Preis ist mit 40.000 bis 90.000 Euro pro Wagen nicht ganz billig - dank des nachhaltigen Energieversorgungskonzeptes dürften die Folgekosten dafür eher gering ausfallen. Laut Geschäftsführerin Theresa Steiniger interessieren sich mittlerweile auch Familien für das Wohnkonzept aus Österreich: Es gibt nämlich auch die Möglichkeit zwei Wohnwagons zu koppeln.