Der "Right Livelihood Award", besser bekannt als alternativer Nobelpreis, geht an Menschen, die sich gegen Armut, Umweltzerstörung oder für Menschenrechte einsetzen. Die Gewinner sind inzwischen bekannt. Wo die Preise verliehen werden - darüber streiten die Organisatoren noch.

Der "Right Livelihood Award" wurde 1980 von dem deutsch-schwedischen Philatelisten und Publizisten Jakob von Uexküll ins Leben gerufen, um Menschen auszuzeichnen, die sich etwa für die Bekämpfung der Armut oder den Schutz der Umwelt stark machen.

Die Gewinner 2016:

  • Syria Civil Defence (Die Weißhelme) "für ihren herausragenden Mut, ihr Mitgefühl und humanitäres Engagement bei der Rettung von Zivilisten im syrischenBürgerkrieg".
  • Mozn Hassan und die Organisation "Nazra für feministische Studien" (Ägypten) "für ihren Einsatz für die Gleichstellung und die Rechte von Frauen unter Umständen von anhaltender Gewalt, Missbrauch und Diskriminierung".
  • Swetlana Gannuschkina (Russland) "für ihr jahrzehntelanges Engagement für Menschenrechte und Gerechtigkeit für Geflüchtete und Migranten sowie für die Förderung von Toleranz zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen."
  • Cumhuriyet, eine der führenden unabhängigen Zeitungen in der Türkei, "für ihren unerschrockenen investigativen Journalismus und ihr bedingungsloses Bekenntnis zur Meinungsfreiheit trotz Unterdrückung, Zensur, Gefängnis und Morddrohungen."

Der Politik zu unbequem?

Erstmals seit 30 Jahren soll der Preis nicht im Reichstag in Stockholm verliehen werden. Die Einladung an die Preisträger wurde plötzlich zurückgezogen.

"Erst hieß es da, es gäbe Platzmangel, was sich keiner vorstellen kann. Dann hieß es, die Einladung sei aus formalen Gründen nicht zulässig. Also: Alles so ein bisschen dubios."
Andreas Sperling, DRadio Wissen

In Schweden ist über die Ausladung der Preisträger ein offener Streit entstanden. Möglicherweise ist der Politik der Preis zu unbequem geworden. 2014 gehörte zum Beispiel Edward Snowden zu den Preisträgern. "Bei den USA sorgt das für Unmut, und dadurch wächst dann eben auch der Druck auf die schwedische Regierung", sagt Sperling.

Schweden gilt in der Welt als liberales, weltoffenes Land, dass sich auch durch den alternativen Nobelpreis präsentiert. Sollten die Preisträger tatsächlich ausgeladen werden, könnte es sein, dass die Stiftung ins Ausland geht. Das wäre ein herber Gesichtsverlust für das skandinavische Land.

Für die Preisträger ist die Auszeichnung wichtig. Sie bringt eine große, internationale Aufmerksamkeit, denn oft arbeiten ihre Gewinner im Verborgenen. Viele der Preisträger kennt man gar nicht.

Der Preis als Lebensversicherung

Oft werden Menschenrechtler oder Frauenrechtler aus unterdrückten Regimes ausgezeichnet, die im Ausland arbeiten. Die "Right Livelihood Foundation" arbeitet nachhaltig und kümmert sich auch nach der Verleihung um ihre Preisträger. Wenn nötig, gibt es sogar ein Schutzprogramm:

"Man geht davon aus, dass 20 Prozent der Preisträger in ihren Heimatländern bedroht werden und Morddrohungen erhalten. Der Preis unterstützt und schützt die Preisträger."
Andreas Sperling, DRadio Wissen