Unser Reporter Johannes ist 28 Jahre alt und kann sich nicht wirklich vorstellen, alt zu sein. Ändern wir das doch mal! Johannes testet im Selbstversuch, wie es sich anfühlt, 40 Jahre mehr auf dem Buckel zu haben.

Unser DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt ist fit. Ab und zu knirschen die Knochen nach zu viel oder zu wenig Sport, unterm Strich ist aber alles gut. Alt sein, sich nicht mehr so gut bewegen können und eingeschränkt sein, kann sich Johannes nur schwer vorstellen. Als Johannes Gert trifft, ändert sich das ganz schnell.

"Ich habe vor, Sie altern zu lassen. Wir haben hier verschiedene Teile, die Sie anlegen. Das fängt an mit einer Gewichtsweste, die Sie anlegen, und mit verschiedenen Gewichten, die an Armen und Füßen angebracht werden, wodurch die Fähigkeiten eingeschränkt werden."
Thomas Pelz verleiht den Alterssimulations-Anzug Gert

Gert ist der Gerontologische Testanzug und sieht ein klein wenig aus wie die Ausrüstung eines schwer ausgerüsteten Polizisten oder Soldaten. Eine Art Skibrille trübt die Augen und schränkt das Blickfeld ein, Kopfhörer simulieren Schwerhörigkeit, Handschuhe, Arm- und Beinschienen, eine Halskrause versauen die Beweglichkeit und die Kraft.

Johannes ist 28 Jahre alt. Als er Gert anzieht, macht ihn das circa 40 Jahre älter. 68 Jahre alt, da wäre er schon in Rente.

"Vielleicht rede ich auch gerade die ganze Zeit schon sehr laut, ich merke das gar nicht, also ich hör schon ein bisschen was, aber sehr dumpf."
DRadio-Wissen-Reporter Johannes Döbbelt in Gert

Nach einer halben Stunde mit Gert ist Johannes ziemlich fertig. Er glaubt nicht, dass er mit 68 tatsächlich so am Krückstock gehen wird. Aber vielleicht ja mit 78 oder mit 88. Zumindest kann er sich nur gut vorstellen, wie sich das anfühlen wird.

Gert: Mehr Empathie für alte Menschen

Das ist auch das Ziel des Alterssimulations-Anzuges Gert. Wer Gert getragen hat, soll verstehen können, wie ältere Leute empfinden, wie eingeschränkt sie sind und warum sie sich manchmal so verhalten, wie sie es eben tun, erklärt Gert-Verleiher Thomas Pelz: "Diese Empathie für die älteren Leute zu entwickeln, das soll hier auch praktisch gelernt werden."