Nach 2024 sollen EU-weit keine neuen Amalgamfüllungen mehr eingesetzt werden. Die Zahnärztin Nora Heuser benutzt das Material schon seit Jahren nicht mehr – sie findet die Alternativen besser. Teurer sind diese allerdings auch.

Zahnfüllungen aus Amalgam sollen ab dem kommenden Jahr in der Europäischen Union verboten werden. Der Grund ist die Sorge vor Gesundheitsrisiken durch das quecksilberhaltige Material. Außerdem soll der Einsatz von Quecksilber und quecksilberhaltigen Stoffen – wie Amalgamen eben – insgesamt reduziert werden.

Zahnärztin: Amalgame günstig, haltbar, risikofrei

Für die Zahnmedizin gilt: "Es ist ein günstiger Werkstoff. Er ist extrem haltbar", sagt die Zahnärztin Nora Heuser. Zahnmedizinischer Konsens sei auch, dass für Menschen ohne Allergien gegen Amalgambestandteile oder schwere Nierenerkrankungen keine ernsthaften gesundheitlichen Risiken von der Materialgruppe ausgehen.

"Ich rate meinen Patienten immer, ihre intakten Amalgamfüllungen im Mund zu behalten."
Nora Heuser, Zahnärztin

Die Zahnärztin und ihr Team verwenden Amalgam in der Praxis allerdings schon seit den frühen 2000er Jahren nicht mehr. Während ihrer Arbeit bekomme sie viele alte und auch intakte Amalgamfüllungen zu Gesicht, wisse aber um deutlich bessere Alternativen.

Kunststoff als Alternative

"Für das kleine Portemonnaie und die kleine Karies ist die Kunststofffüllung für mich immer die Füllung der Wahl", sagt Nora Heuser.

"Der Zeitaufwand, der Behandlungsaufwand und das Material sind deutlich teurer."
Nora Heuser, Zahnärztin über Amalgamalternativen

Das Problem mit den Alternativen – auch mit Kunststofffüllungen – ist allerdings, dass sie grundsätzlich höhere Materialkosten mit sich bringen und einen deutlich höheren Arbeitsaufwand für Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner, so die Ärztin.

Kunststofffüllungen werden schichtweise aufgetragen und ausgehärtet, erklärt sie. Noch aufwendiger seien Keramik und Goldfüllungen. Hier werde mit Scans oder Abdrücken gearbeitet und zusätzlich ist Laborarbeit erforderlich.

Neuer Gebührenkatalog wegen Amalgam-Verbot?

Bislang ist unklar, ob der Gebührenkatalog der Krankenkassen anlässlich des EU-weiten Amalagamverbots in der Zahnmedizin angepasst wird. Das habe sie sich auch schon gefragt, sagt Nora Heuser.

Shownotes
Zähne und Politik
Frisches Amalgam im Mund – 2025 soll Schluss sein
vom 18. Februar 2024
Moderation: 
Krissy Mockenhaupt
Gesprächspartnerin: 
Nora Heuser, Zahnärztin