Es klingt ein bisschen verrückt, aber es funktioniert: Einfach Produkte aus Amazon herauskopieren und mit einem höheren Preis bei Ebay einstellen. Fertig. Geld verdienen.

Wir spielen das Ganze am Beispiel des Ripple Rug durch. Das ist ein Fetzen mit Löchern, der Katzen davon abhalten soll, die Wohnung auseinanderzunehmen. Bei Amazon wird der Ripple Rug für 39,99 US-Dollar angeboten. Wir geben uns einen Verkäufernamen, sagen wir: AFarWayGalaxy. Das Produkt kopieren wir in Amazon komplett und pasten es in ein Ebay-Verkaufsformular. Den Ripple Rug bieten wir dann für 49,51 US-Dollar an. Wir machen also 10 US-Dollar Gewinn. Das ist die Amazon-Ebay-Arbitrage. Denn viele Käufer im Netz vergleichen nicht die Angebote zwischen Amazon und Ebay.

Den Ripple Rug müssen wir beim Hersteller gar nicht kaufen, sondern bestellen ihn als Geschenk für unseren eigenen Kunden, so dass er direkt beim ihm landet. Würden wir wie AFarWayGalaxy über 11.000 solcher Produkte listen, würden wir schon einen fetten Gewinn einfahren.

Um das ganze einfach zu verwalten, gibt es dafür sogar spezielle Software auf Amazon-Ebay-Arbitrage-Seiten wie dsdomination.com. Die Software kümmert sich um die Kundenkommunikation und schlägt Produkte vor, die bei Amazon besonders gut laufen. Laut eines Berichts von entrepreneur.com sind schon 140.000 User gegen eine Gebühr Mitglied bei dsdomination.com geworden. Das Wirtschaftsmagazin hat auch die Geschichte des Ripple Rug recherchiert.

Viele Dumme, ein Gewinner

Bitter wird es, wenn der Kunde das Produkt zurückschicken will. AFarWayGalaxy verlangt 20 Prozent vom Preis als Rücksendegebühr. Der Verkäufer benutzt ein freies Rücksendeticket von Amazon und schickt den Artikel an den Hersteller zurück. Fred Ruckel, der den Ripple Rug herstellt, ist über das Geschäftsmodell von AFarWayGalaxy extrem sauer. Rund 8000 US-Dollar Verlust hat er so seit Dezember 2015 gemacht. Ganz zu schweigen von der Rufschädigung. Denn die Kunden sind sauer wegen der Rücksendegebühren und weil sie einen überhöhten Preis bezahlt haben.