Wer sich auf einen Vortrag vorbereitet, muss an vieles denken. Oft wird dann eine Ebene vergessen: die persönliche und emotionale. Doch gerade die kommt beim Publikum am besten an, sagt eine neue Analyse von TED-Talks.

TED-Talks sind relativ knappe Vorträge von Menschen aus allen möglichen Bereichen – Forschung, Politik, Kunst, Kultur oder Industrie. Wer auf Youtube durch die verschiedenen Videos scrollt, dem wird schnell auffallen, dass manche Videos um die zwei Millionen Klicks haben und andere sogar um die 50 Millionen.

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Was unterscheidet die weniger erfolgreichen Vorträge also von den erfolgreichen? Nein, es ist nicht vor allem das Thema und auch nicht das Geschlecht, sondern es ist die Art und Weise des Vortragens: Das Erfolgsrezept für einen erfolgreichen Vortrag ist demnach eine persönliche, emotionale und erzählende Sprache. Vorträge, die dieses Profil aufweisen, würden nicht nur häufiger geklickt werden, sondern oft auch als "schön", "mutig" oder "lustig" bewertet werden, erklärt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski.

"Emotional und persönlich zu erzählen, das spricht in solchen Vorträgen offenbar deutlich mehr Leute an."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das hat ein Team um die Wissenschaftlerin Tabea Meier von der Universität Zürich herausgefunden, nachdem es über 1.000 Manuskripte von TED-Talks analysiert und sich parallel dazu die Klickzahlen und Bewertungen der jeweiligen Vorträge angeschaut hatte.

"Typisch weibliche" Sprache

Das Forschungsteam spricht in seiner Analyse auch von einer weiblichen Art des Sprechens, da persönlich, emotional und erzählend typisch weibliche Sprecheigenschaften seien. Typisch männlich sei laut der Forschenden eine abstrakte und analytische Sprache. Grundsätzlich sei es aber egal, ob die Person, die vortrage, ein Mann oder eine Frau sei.

Das zeigt auch die Geschlechterverteilung in den Top 10 der erfolgreichsten TED-Talks: Sieben Männer, drei Frauen und ein zwölfjähriger Erfinder sind darin aufgelistet.

"Unter den Top 10 der TED-Talks sind trotzdem deutlich mehr Männer als Frauen."
Kerstin Ruskowski, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Das Fazit der Forschenden, das auch für sie selbst überraschend war: Während in der Offline-Welt Männer häufiger als kompetent und Frauen häufiger als warmherzig wahrgenommen würden, drehe sich der Spieß im Netz um. Hier scheinen die typisch weiblichen Eigenschaften der Schlüssel zum Erfolg für alle zu sein.