Obwohl das Smartphone-Betriebssystem weltweit sehr verbreitet ist, gibt es wohl bald einen Nachfolger mit blumigem Namen. Fuchsia soll vor allem unterschiedliche Geräte besser synchronisieren und auf Sprachbefehle gehorchen können.

Weltweit sind deutlich mehr Smartphones mit dem Betriebssystem Android in Betrieb als solche mit iOS von Apple. Und obwohl sich die Smartphones von Samsung, Huawei, LG und anderen Marken in Kombination mit dem Android-Betriebssystem von Google so gut verkaufen, deutet es sich an, dass Android den Zenit überschritten hat. "Es ist sogar ziemlich sicher, dass sich Google komplett von Android verabschiedet", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Andreas Noll.

"Zehn Jahre nach dem Start hat Android seine Schuldigkeit weitgehend getan."
Andreas Noll, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Dass Android demnächst wohl ausgedient hat, hat mehrere Gründe:

  • Das System gilt unter Fachleuten als ausentwickelt. Verbesserungen oder neue Features sind nur noch unter großem Aufwand oder gar nicht einzubauen. Ein Problem: Android basiert auf einem Unterbau, der ursprünglich gar nicht für so etwas wie ein Handy-Betriebssystem gedacht war, sondern für Digitalkameras entwickelt wurde.
  • Google hat derzeit mehrere Betriebssysteme im Einsatz. Das führt bei den Produkten zu einem komplizierten Nebeneinander: Handys laufen mit Android, die Smartwatches mit WearOS, Fernseher mit Android TV und PC und Tablets mit ChomeOS. Das ist ein Wildwuchs, den Google wohl gerne beenden würde. Android bietet dafür aber nicht die Grundlagen.
  • Auch Marketinggründe könnte eine Rolle spielen. Google selbst zum Beispiel spricht kaum noch über "Android". Aus "Android Pay" wurde "Google Pay", aus "Android Wear" wurde "Wear OS", aus "Android Messages" wurde "Messages".

Alternative "Fuchsia" schon in Entwicklung

Eine Alternative zu Android ist unter dem Arbeitstitel "Fuchsia" schon in Entwicklung. Kürzlich wurde bekannt, dass unter Fuchsia auch Android-Apps laufen. Damit wäre eine Grundlage gelegt, damit User von dem Übergang von Android auf Fuchsia nicht allzu sehr belastet würden.

Technisch hätte Google mit einem System für alle Geräte mehrere Vorteile. Man würde einerseits die Entwicklung vereinfachen, andererseits auch die Synchronisierung zwischen den Geräten der User, zum Beispiel die zwischen Smartphone und Fernseher oder Entertainment-System im Auto.

Zum anderen soll Fuchsia besser mit Sprachsteuerungen umgehen können als Android - und die wird in Zukunft wohl noch wichtiger werden als bisher.

User wird langsam vom Namen "Android" entwöhnt

Fuchsia könnte noch im Jahr 2019 vorgestellt werden. Wahrscheinlich ist ein sanfter Übergang, bei dem die User langsam von "Android" entwöhnt und an das neue Betriebssystem herangeführt werden.

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