Heike Kottmann hat das perfekte Hobby für urban-gestresste Hipster gefunden: Angeln. Wer einmal angebissen hat, kommt davon nicht mehr los. Auch wenn sich Heike manchmal ein bisschen allein fühlt.

"Ich habe noch keine andere Anglerin getroffen“, sagt Heike. Für sie hat ihre zweite Angel-Saison gerade begonnen, und bislang ist sie auf eine sehr männliche Welt gestoßen. Doch davon hat sie sich nicht abschrecken lassen. Denn Fischefangen ist für sie ein sehr schönes und passendes Hobby. "Ich bin auch ein bisschen faul", sagt sie über sich selbst. "Ich sitze gerne mit einem Bier am Ufer."

"Man denkt häufig: Beim Angeln passiert nichts. Und das stimmt auch. Also zum Teil."
Anglerin Heike Kottmann

Schon früh hatte Heike eine gewisse Wasser-Affinität. Als sie als Kind mit ihren Eltern am Mittelmeer ihren Urlaub verbringt, fängt sie mit ihrem Eimer im Meer einen kleinen Oktopus. Später nimmt die Journalistin einen Nebenjob auf dem Münchener Fischmarkt an. Da war dann der Griff zur Angel nicht mehr weit.

"Ich hätte gerne eine Weste für Anglerinnen, aber es gibt keine Mode für Frauen."
Anglerin Heike Kottmann

Doch einfach loslegen, das geht nicht. Denn zuerst musste Heike einen Fischerei-Schein erwerben. Eine der Aufgaben für die Prüfung: die rund 90 Fischarten in Bayern lernen. Darunter sind auch eher unbekannte Arten wie der Schlammpeitzger. Dieser Fisch gräbt sich gerne monatelang im Schlamm ein und überlebt trotzdem. Gefangen hat Heike den Schlammpeitzger noch nie.

Heike Kottmann hat eine Fisch gefangen.
© privat

Angeln ist alles andere als einfach. Erfolge muss man sich hart erarbeiten. Bei Heikes ersten Angelversuchen hat sich die Leine auch schon mal in Bäumen über ihr verfangen. Doch Heike hat die Angel nicht gleich ins Wasser geworfen, sondern einfach weiter gefischt. Mal im See, mal im Fluss, mal im Trüben (vielleicht beißt der Schlammpeitzger ja doch noch an!). "Dabei angele ich auch, weil ich den Fisch essen will", sagt sie.

In Eine Stunde Talk erzählt Heike Kottmann, wie viele Angeln sie besitzt (zu wenige!), wie sie ihre Freunde bekocht und warum Angler geschwätzig sind.