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Beim Angeln ist man draußen, hat mit sehr wenigen Menschen zu tun und hat seine Ruhe. Angeln scheint eine gute Corona-Freizeitbeschäftigung zu sein. Der Sport boomt jedenfalls.

Schon vor Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2019 gab es einen Boom beim Angeln. Und mit Corona ist der noch stärker geworden. Zahlen für ganz Deutschland gibt es zwar nicht. Aber es melden mehrere Anglerverbände, dass sehr viele Leute Interesse haben, Anglerin oder Angler zu werden.

Karl-Heinz Meyer vom Anglerverband in Hamburg sagt zum Beispiel, dass sie Corona deutlich gemerkt haben, schon ab dem ersten Shutdown im letzten Frühjahr: "Das Interesse am Angeln ist gewachsen. Wir haben 64 Mitgliedsvereine und die haben alle guten Zuwachs.”

"Das Interesse am Angeln ist gewachsen. Wir haben 64 Mitgliedsvereine und die haben alle guten Zuwachs.”

Natürlich kennt Karl-Heinz Meyer die Klischees von seinem Sport, allen voran: Angeln ist nur etwas für alte Männer. Das ist nicht ganz falsch: Viele 40- bis 50-Jährige, die als Kinder oder Jugendliche schon mal geangelt haben, seien an die Angelrute zurückgekehrt. Und in den 80er und 90er Jahren sei Angeln überhaupt kein Hobby für Menschen unter 30 gewesen.

Aber heute habe sich sehr viel getan. "Das Angeln hat sich wirklich schwer geändert in der Beziehung", sagt Karl-Heinz Meyer. "Es gibt unheimlich viele junge Leute, die angeln."

"Das Angeln hat sich wirklich schwer geändert in der Beziehung. Es gibt unheimlich viele junge Leute, die angeln. Es gibt auch wieder mehr junge Leute, die in Ehrenämtern in den Vereinen tätig sind."
Karl-Heinz Meyer, Anglerverband Hamburg

Ein Grund dafür: Man sitzt nicht mehr nur stundenlang am See und wartet. In Hamburg ist zum Beispiel ist zum Beispiel das "Streetfishing" besonders angesagt. Im Hafengebiet etwa nimmt man nur ganz leichte Ausrüstung mit, teilweise sogar nur einen Kescher.

Aber ganz problemlos ist das Angeln nicht: Man braucht auf jeden Fall einen Angelschein, muss dafür eine theoretische und praktische Prüfung ablegen und muss viel über Fische lernen, wie sie leben, wann man sie in Ruhe lassen muss. Naturschutz ist also ein Thema - schließlich geht es um eine Beschäftigung, bei der Tiere getötet werden.

Das bedeutet: Wer jetzt im Lockdown noch keinen Angelschein hat, muss eventuell etwas Geduld haben, bis wieder Prüfungen abgenommen werden. Aber dann steht dem neuen Hobby nichts im Weg, sagt Karl-Heinz Meyer: "Das macht einfach Spaß. Und es macht auch Spaß, wenn man mal nichts fängt."