Nach den Angriffen auf zwei Ölanlangen in Saudi-Arabien spitzt sich der Konflikt in der Region weiter zu. Die USA machen den Iran für die Angriffe verantwortlich. Adnan Tabatabai ist Experte für Konflikte im Nahen Osten und vermutet hinter Trumps Anschuldigungen auch eine Wahlkampfstrategie.

Wer hinter den Drohnenangriffen auf eine Ölraffinerie (wie die, die im obigen Foto zu sehen ist) in Saudi-Arabien steckt, ist noch immer nicht klar. Huthi-Rebellen im Jemen hatten behauptet, sie hätten Drohnen losgeschickt. Die USA vermuten den Iran hinter der Attacke. Nach US-Erkenntnissen sind die Angriffe von iranischem Boden aus geführt worden. Ein US-Regierungsmitarbeiter sagte am Dienstag (17.09.) der Nachrichtenagentur AFP, dass bei den Angriffen Marschflugkörper eingesetzt worden seien.

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Adnan Tabatabai ist Experte für Konflikte im Nahen Osten und Mitbegründer des Forschungsinstituts CAPRO. Er sagt, der Iran wolle jetzt, wo der Druck der USA auf das Land groß sei, zeigen, dass er sich verteidigen und Verbündete der Amerikaner treffen kann. Dass der Iran jetzt sogar vom eigenen Territorium aus einen Angriff startet, bezweifelt Tabatabai allerdings. Die USA würden natürlich den Iran verantwortlich machen, weil das Land die Region destabilisiere.

"Die Amerikaner legen viel Wert darauf, den Iran zu beschuldigen, weil sie den Iran als den Destabilisator der Region darstellen."

Adnan Tabatabai sagt, die Region stünde nicht vor einem Krieg, sondern der Krieg sei längst dort angekommen. Drohnen würden abgeschossen, Ölfelder gingen in Flammen auf – das sei heute die moderne Art, einen Krieg zu führen.

Trump und der Iran

Donald Trump hatte am Montag (16.09.) klar gemacht, dass die USA bereit seien, militärisch zu reagieren. Er betonte aber auch, dass er das eigentlich nicht vorhabe. Hinter seinem Vorgehen steckten zum einen innenpolitische Gründe, so Adnan Tabatabai. Denn Trump wolle wiedergewählt werden. Und er wolle vielleicht etwas erreichen, was sein Vorgänger Barack Obama nicht geschafft habe, nämlich ein bilaterales Abkommen mit dem Iran, das ihn gut dastehen lässt.

Bis zum 30. September gilt noch ein Exportstopp für Waffen aus Deutschland nach Saudi-Arabien. Manche CDU-Politiker sprechen sich dafür aus, die Exportsperre aufzuheben. Die SPD will das nicht. Adnan Tabatabai erklärt, die Region sei auch deshalb ein Krisenherd, weil so viele Waffen dorthin exportiert würden. Das Wettrüsten in den dortigen Ländern werde durch westliche Länder mitermöglicht.

"Es würde sich nichts zum Wohle der Region ändern, wenn ab Oktober wieder Waffen aus Deutschland nach Saudi-Arabien exportiert werden würden."
Adnan Tabatabai, Forschungsinstitut CAPRO