Die Sonne kommt raus, die Hosen werden enger und die Röcke kürzer. Hingucken ist gewollt und in Ordnung. Aber wann wird der gefühlvolle Blick zum stupiden Anstarren?

Auch wenn wir es nicht unbedingt wollen: Der menschliche Sehsinn ist darauf ausgelegt, auf einen Blick möglichst viel zu erfassen und auf einen Reiz zu fokussieren, der unsere Aufmerksamkeit fesselt. Mit dem Anstieg der Temperaturen und den knapperen Outifts bei Mann und Frau verweilen die Blicke immer länger bei unseren Mitmenschen. Dann gilt es darauf zu achten, andere nicht durch unangebrachtes Anstarren zu belästigen.

“Die Qualität des Blickes ist entscheidend“

Sich selbst kurz zu vergessen, ist laut Rita Molzberger vom Institut für Erziehungs- und Sozialwissenschaften in Ordnung, solange das selbstreflektierende Verhalten anschließend dazu rät, den Blick auch wieder abzuwenden. Starren wir unser Gegenüber aber an wie einen Blumenstrauß und degradieren es zu einem Objekt, verlassen wir das Gebiet des tolerierten Hinguckens.

“Man spürt, ob man als Person angesehen wird, oder als Objekt.“
Rita Molzberger, Erziehungs- und Sozialwissenschaftlerin

Bei einem guten Flirt besteht die Gefahr des Anstarrens eher weniger, wenn allen Beteiligten bewusst ist, dass sie sowohl Schauende, als auch Gesehene sind. Denn wer angestarrt wird, empfindet nicht unbedingt das Gefühl, auch gleichzeitig angeflirtet zu werden.