Ganz nach dem biblischen Spruch "Macht euch die Erde untertan" haben wir gehandelt: Der Mensch ist zu einem geologischen Faktor geworden, 75 Prozent der Landoberfläche sind nicht mehr natürlich. Ein neues Erdzeitalter beginnt - das Anthropozän.

Wir verändern und gestalten die Umwelt so, wie sie uns angeblich am besten nützt. Wir versiegeln Oberflächen mit Autobahnen und Straßen, düngen mit Schadstoffen, waschen uns mit Duschgel, das in den Kläranlagen nicht mehr abgebaut werden kann. Und das sind nur wenige Beispiele dafür, wie der Mensch in die Umwelt eingreift.

"Geologischer Faktor Mensch"

Wissenschaftler sprechen vom "geologischen Faktor Mensch", der viele Naturprozesse inzwischen dominiert. Für den Geologen Reinhold Leinfelder haben wir die Epoche des Anthropozäns eingeläutet, das Holozän, die Nacheiszeit, sei abgelöst.

"Es gibt Bereiche im Pazifik, aber auch anderswo, da können Sie quasi jeden Fisch aufschneiden und Sie finden da im Magen bis zu einem Drittel an Plastik."
Reinhold Leinfelder, Geologe an der FU Berlin

Ein weiteres Beispiel: Der weltweite Fleischverbrauch. Um ein Kilo Rindfleisch zu erzeugen, müssen dem Erdhaushalt 15.000 Liter Wasser entnommen werden - für die Versorgung des Tieres mit Futter und für die Bewässerung der Wiesen.

Aber wie wird der Mensch seiner neuen, dominanten Rolle gerecht? Zeigen wir uns verantwortlich für die weltweiten Konsequenzen durch Klimawandel und Umweltverschmutzung? Sind wir in der Lage, zukunftsorientiert zu handeln?

Diese Fragen stellt Reinhold Leinfelder in seinem Vortrag "Wir Weltgärtner - Die Rolle des Menschen im Zeitalter des Anthropozän", den er im Rahmen der Sommeruni unter dem Titel "Mensch und Umwelt" an der Berliner Akademie in Zusammenarbeit mit der FU am 25. August 2014 gehalten hat.

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