Rassismus ist nicht nur in den USA immer noch präsent. Auch hier in Deutschland ist Rassismus ein großes Problem. Gerade in den letzten Tagen beschäftigt darum viele die Frage: Was kann ich dagegen tun? Der erste Schritt: sich informieren.

Wer jetzt gegen Rassismus in Aktion treten will, sollte sich am besten zuerst über Rassismus, Kolonialgeschichte und die eigenen Privilegien informieren, rät Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anh Tran. Auch wenn es anstrengend ist und auch mal unangenehm sein kann.

"Es gibt keinen sanften Einstieg, um sich mit dem eigenen Rassismus auseinanderzusetzen. Privilegien checken, sich selbst checken, problematische Verhaltensweisen anerkennen tut immer weh, das tat es mir auch."
Fabienne Sand, Kolumnistin und Aktivistin

Ein gewisser Abwehrmechanismus ist dabei normal, sagt Anh Tran. Aber im Grunde gehe es nicht um individuelle Personen, sondern darum, dass das System an sich rassistisch ist - und wir alle ein Teil davon.

In dem Buch "Exit racism" widmet die Autorin Tupoka Ogette diesem Abwehrmechanismus ein ganzes Kapitel. Denn wenn das eigene Selbstbild, nicht rassistisch zu handeln, mit einer rassistischen Realität kollidiert, kann das erstmal wütend machen. Diese Wut darf auch kurz sein, sagt Tupoka Ogette. Danach sollte aber die Frage folgen: Warum bin ich wütend? Wieso greift mich das an?

Konkrete Handlungen

Neben Informationen gehören auch konkrete Handlungen zu Anti-Rassismus, sagt Anh Tran. Wir können das tun, indem wir an Demos teilnehmen oder Petitionen unterstützen. Aber auch indem wir spenden. Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland beispielsweise setzt sich gegen Racial Profiling und für die Umbenennung von rassistischen Straßennamen ein.

"Sortiert mal durch, wem folgt ihr und wem folgt ihr nicht? Welche Bilder seht ihr und was seht ihr nicht? Seht ihr nur Weiße Leute oder seht ihr auch Schwarze Personen? Seht ihr Personen, die serbischen, türkischen, bosnischen, vietnamesischen Background haben? Versucht euch so vielfältig und bunt wie möglich aufzustellen."
Malcolm Ohanwe, Journalist

Vor allem können wir schwarzen und nicht-weißen Perspektiven zuhören, sagt Anh Tran. In dem wir Bücher lesen, Podcasts hören und anti-rassistischen Social-Media-Kanälen folgen. Hier hat sie einige Tipps für euch zusammengestellt:

Anti-Rassismus zum Hören (Podcasts):

  • Kanackische Welle
  • Rice and Shine
  • Hart Unfair
  • HalbeKatoffl
  • Bin ich süßsauer?
  • Feuer & Brot
  • Realitäter*innen

Antirassistische Hör-und Sachbücher:

  • Exit Racism – Tupoka Ogette
  • Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten – Alice Hasters
  • Deutschland Schwarz Weiß - Noah Sow
  • Schwarzer Feminismus – Natasha A. Kelly

Romane von BiPoC:

  • Underground Railroad – Colson Whitehead
  • Americanah – Chimamanda Ngozi Adichie
  • Menschenkind – Toni Morrison
  • Swing Time – Zadie Smith
  • Brüder – Jackie Thomae

Antirassistische Initiativen:

...außerdem:

  • Schwarzen Perspektiven Raum geben, sich also fragen: wen teile ich, lasse ich sprechen, lade ich ein?
  • Demonstrieren
  • Petitionen unterschreiben