Wenn Harald Kraut Fenster putzt, ist das nicht ganz ungefährlich. Denn Störe, Rochen und Haie schauen ihm interessiert dabei zu: Harald Kraut ist Aquariumtaucher.

Wenn Harald Kraut abtaucht, dann trägt er einen Spezialhandschuh: um die Aquarienfenster zum Glänzen zu bringen. Gereinigt wird nur mit Lappen und Muskelkraft, sagt der Berufstaucher. Allein ist er beim Unterwasserputzen natürlich nicht. Die schuppigen Bewohner beobachten ihn dabei. Das sind zum Beispiel große Fische wie Störe, Welse oder ähnliches.

Wrackbarsch Horst

Im größten Becken, einem Salzwasser-Aquarium, finden sich jedoch schon mal Rochen mit Stacheln oder Katzenhaie – mit 1,50 Metern Länge eher die kleinere Variante der Raubtiere. "Aber die sind alle freundlich", sagt Harald Kraut. "Man muss natürlich ein bisschen vorsichtig sein." Mit einigen wenigen Ausnahmen halten sich Tiere und Taucher voneinander fern. Eine besondere Beziehung hat er hingegen zu Wrackbarsch "Horst", der lässt ihn gerne mal spüren, wer der dickste Fisch im Teich ist.

"Ich hatte zuvor eigentlich schon überall getaucht, aber noch nie in einem Aquarium,"
Harald Kraut, Aquariumtaucher

Ursprünglich hat Harald Kraut in einem anderen Bereich als Berufstaucher gearbeitet. Als Profitaucher hat er Gebäude-Inspektionen und Bergungen vorgenommen. Irgendwann wollte er etwas ändern. Und ist am Ende wieder im Wasser gelandet: "aber auf eine sehr entspannte Weise", sagt er.

Ein Taucher und ein Fisch in einem Aquarium.
© Sea Life Königswinter
Verstehen sich: Taucher Harald Kraut und ein Bewohner des Aqariums. Meistens aber geht man sich unter Wasser aus dem Weg.

Nicht nur die Reinigung der Becken gehört zu seinem Arbeitsfeld, sondern auch verletzte oder kranke Tiere einzufangen, damit sie behandelt werden können. Seit fünf Jahren macht er jetzt den Job im Aquarium Sea Life in der Nähe von Bonn. "Und das echt gerne", sagt er. Wir sind uns sicher, dass auch Wrackbarsch Horst das irgendwann so sieht.