Ramy Al-Asheg weiß, was Flüchtlinge interessiert und welche Informationen lebenswichtig für sie sind. Der Journalist aus Syrien ist selber nach Deutschland geflohen und gibt jetzt die erste Zeitung für Geflüchtete heraus.

Ramy Al-Asheq ist 26 Jahre alt und Chef der bundesweit ersten arabischsprachigen Flüchtlingszeitung. Der aus Syrien stanmende Journalist lebt heute in Köln. Vor allem Flüchtlinge in den Camps lesen "Abwab", berichtet Al-Asheq. Die Zeitung erscheint seit Jahresbeginn monatlich.

"Die Zeitung ist kostenlos für die Flüchtlinge. Wir lassen 55.000 Kopien drucken."
Ramy Al-Asheq

Der syrisch-palästinensische Journalist hat ein Gespür dafür, wie die Diskussion über Flüchtlinge in Deutschland gerade läuft, wie sie von den Flüchtlingen selbst wahrgenommen wird und worüber man auch mal einen Witz machen kann. Das Problem sei, dass die Neuankömmlinge keinen Zugang zum Internet hätten, sagt Ramy Al-Asheq. Er und seine Helfer arbeiten ehrenamtlich. Die Autoren sind über die Bundesrepublik verstreut.

"In den Camps gibt es kein Netz. Und wenn es Zugang gibt, dann wird er oft genutzt, um sich falsche News bei Facebook zu holen."
Ramy Al-Asheq

"Abwab" bedeutet "Türen". Die Zeitung hat 24 Seiten und gliedert sich in folgenden Kategorien:

  • Internationale Nachrichten
  • Deutsche Nachrichten
  • Community News für arabische Leser (Konzerte, Festivals, Lesungen)
  • "German Guide" für die Neuankommenden (Kultur, Gesetze, Erziehung, Einkaufsratgeber)
  • Literatur & Kunst
  • Heldengeschichten (positive Stories über Menschen, die bei uns ankommen oder immer noch in Syrien sind)
  • Feministische Themen (Artikel über Frauenrechte)

In Jordanien hatte Al-Asheq bereits zusammen mit einer Freundin eine feministische Zeitung gegründet. In "Abwab" gibt es neben einer Seite mit deutschsprachigen Texten immer auch zwei Seiten Feminismus.

Seit 2014 in Deutschland

Ramy Al-Asheq ist selbst ein Geflüchteter. In Syrien habe er in Haft gesessen, weil er friedlich gegen das Assad-Regime demonstriert habe, berichtet er. Ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung ermöglichte es ihm, 2014 nach Deutschland zu kommen. Mittlerweile hat er mehrere Bücher geschrieben.