Den meisten Menschen stehen mindestens elf Stunden Abstand zwischen zwei Arbeitstagen zu. Einige halten sich nicht konsequent daran – und riskieren ihre Gesundheit. Das ergibt eine Befragung von Vollzeitbeschäftigten.

Wer in Deutschland arbeitet, hat in der Regel Anspruch auf elf Stunden ununterbrochene Ruhe zwischen zwei Arbeitstagen. Ein Fünftel der Vollzeitbeschäftigte hält mindestens einmal im Monat die vorgeschriebene Ruhezeit nicht ein. Das hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin ermittelt. Befragt wurden mehr als 6700 Beschäftigte zwischen 18 und 65 Jahren.

Regel mit Ausnahmen

Vor allem in Pflegeberufen, im Gastgewerbe und im Sicherheitsgewerbe werden die Ruhepausen oft nicht eingehalten.Besonders betroffen sind Führungskräfte und Menschen, die nicht im Gebäude des Arbeitgebers arbeiten. Ausnahmen gibt es zum Beispiel im Gesundheitswesen, in der Landwirtschaft oder beim Rundfunk.

"Wir haben Beschäftigte angerufen, die Personen wurden zufällig ausgewählt. Und wir haben sie zu ihren Arbeitszeiten, zu ihrer Gesundheit, zu ihrer Work-Life-Balance – und so weiter befragt."
Corinna Brauner, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Die Auswertung zeigt: Wer die Ruhezeit nicht einhält, leidet häufiger unter psychosomatischen Problemen. Dazu zählen Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder emotionale Erschöpfung. Die Autorinnen und Autoren der Studie warnen deswegen davor, Arbeitszeiten stärker zu flexibilisieren.

"Sich den Tag frei einteilen: Klingt in der Theorie wunderschön, funktioniert aber nicht, sagt die Studie."
Vassili Golod, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Flexibel bedeutet in der Praxis nämlich: Überstunden, längere Tage und kürzere Ruhephasen. Corinna Brauner hat die langfristigen Folgen im Blick.

"Das wurde schon häufig gezeigt, dass eben das Abschalten von der Arbeit eine sehr wichtige Erholungserfahrung ist, die dann auch zum langfristigen Erhalt der Gesundheit beiträgt."
Corinna Brauner, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Wer nach dem Arbeitsende nicht mehr erreichbar ist, ist schon mal auf einem guten Weg, findet Vassili. Die Arbeit sollte nicht zu Hause noch fortgeführt werden, sagt Corinna Brauner und rät zu einer möglichst strikten Trennung.

"Auf jeden Fall ist es gut, wenn man keine Arbeit mit nach Hause nimmt, am Feierabend nicht nochmal in die Mails guckt oder berufliche Anrufe macht."
Corinna Brauner, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin