Der Job bereitet euch Frust oder ihr könnt nur noch an den nächsten freien Tag denken? Wenn das ein Dauerzustand ist, ist möglicherweise der Zeitpunkt für die Kündigung gekommen. Auf diese Punkte solltet ihr dabei achten.

Wenn ihr unzufrieden mit eurem Job seid, dann heißt das nicht unbedingt, dass ihr sofort kündigen solltet. Manchmal hilft auch ein Gespräch mit Vorgesetzten um Probleme aus der Welt zu schaffen, sagt die Karriereberaterin Silke Koppitz.

Denn wenn wir mit unseren Aufgaben zufrieden sind, aber beispielsweise mit dem Chef oder der Chefin oder Mitarbeitenden Schwierigkeiten haben, dann empfiehlt es sich in manchen Fällen, Probleme offen anzusprechen, sagt die Karriereberaterin.

Den richtigen Zeitpunkt, ein Kündigungsschreiben aufzusetzen, kann jeder und jede nur für sich selbst bestimmen, sagt unser Reporter Benedikt Schulz. Was allerdings für alle gleichermaßen gilt: Eine Kündigung sollte in jedem Fall schriftlich formuliert sein. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

"Wenn ich über einen Zeitraum von Monaten davon fantasiere, wie ich meinen Vorgesetzten die Kündigung auf den Tisch knallen. Oder wenn ich das Gefühl habe, mein Job beeinträchtigt meine Gesundheit."
Karriereberaterin Silke Koppitz über die Warnzeichen, bei denen ihr über eine Kündigung nachdenken solltet

Auch die Frage, ob ihr euch erst eine neue Stelle suchen solltet, bevor ihr die alte kündigt, muss jeder und jede für sich selbst beantworten. Das könnt ihr daran festmachen, wie schlecht es euch mit eurem aktuellen Job geht und wie sehr ihr die finanzielle Sicherheit braucht, beispielsweise, wenn ihr eure eigene Familie mit dem verdienten Geld finanziert.

Kündigung im persönlichen Gespräch überreichen

Auf jeden Fall rät die Karriereberaterin Silke Koppitz dazu, die schriftliche Kündigung dem Chef oder der Chefin im persönlichen Gespräch zu überreichen. Das gibt dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin die Chance, die Gründe für euren Austritt zu verstehen. In solch einem Gespräch sei es wichtig, sich kurz zu fassen und klar zu formulieren, sagt die Karriereberaterin.

Ihr solltet euch auch darauf gefasst machen, wie ihr reagieren wollt, wenn der Arbeitgebende euch ein Angebot macht, damit ihr in der Firma bleibt.

Kündigungsfrist unbedingt einhalten

Wer kündigt, erhält in der Regel für 12 Wochen kein Arbeitslosengeld I, außer es liegen schwerwiegende Gründe dafür vor, dass ihr eure Arbeitsstelle verlassen wollt. Bevor ihr – in schwerwiegenden Fällen – eine sogenannte außerordentliche Kündigung formuliert, solltet ihr euch darüber informieren, ob eure Gründe als schwerwiegend eingestuft werden können oder nicht.

Manche befristete Verträge können nicht gekündigt werden

Abgesehen davon, ist es wichtig, dass ihr Kündigungsfristen einhaltet. Diese Frist kann im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen. Deshalb solltet ihr vor der Kündigung in eurem Arbeitsvertrag nachsehen.

Es gibt viele befristete Arbeitsverträge, die nicht gekündigt werden dürfen. In diesen Fällen könnt ihr euren Job nur aus schwerwiegenden Gründen verlassen. Um die Zeit, die ihr im Job verbleiben müsst, zu verkürzen, hilft es in der Regel, den Resturlaub einzusetzen. Auf keinen Fall solltet ihr jedoch während eures Resturlaubs einen neuen Job anfangen. Das könnte rechtliche Konsequenzen mit sich bringen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zusatz, dass ihr "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" kündigen wollt. Das sorgt dafür, dass beide Seiten sich an die vertraglich geregelte Frist halten.

"Das ist ein bisschen wie Schluss machen, wenn man sich sicher ist, das hat keine Zukunft, dann muss man hart bleiben, komme was wolle."
Benedikt Schulz, Deutschlandfunk Nova

Wenn ihr euch um einen neuen Job bewerbt, sei es wichtig, sich gute Gründe dafür zurechtlegen, wieso ihr euren alten Job gekündigt habt. Dass ihr im Vorstellungsgespräch für eine neue Stelle darauf angesprochen werdet, ist ziemlich wahrscheinlich.

Die Karriereberaterin Silke Koppitz empfiehlt, im Gespräch mit einem potenziellen neuen Arbeitgebenden nicht schlecht über den alten zu sprechen, denn der neue Chef oder die Chefin wird wissen wollen, wie loyal ihr eurem Arbeitgeber gegenüber seid.