Auf die Liste der Lebewesen, die am schutzbedürftigsten sind, kommen nun sieben Tierarten hinzu. Das ist das Ergebnis der Konferenz der Uno-Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Arten. Gesichert ist ihre Population dadurch aber lange nicht.

Die Liste der schutzbedürftigsten wurde um sieben Tierarten erweitert. Seit dem Wochenende stehen demnach auch Asiatischen Elefanten, Jaguare, der Weißspitzen-Hochseehai und mehrere Vogelarten, darunter die Zwergtrappen und die Antipoden-Albatrosse unter dem höchsten Schutz. Und auch die Liste der zweithöchsten Schutzstufe wurde um drei Tierarten erweitert: Steppenschafe, der Glatte Hammerhai und der Tropenhai. Darauf haben sich die Vertreter von 130 Staaten nun geeinigt.

Schutz ist nicht gleich Schutz

Auf der höchsten Schutzliste landen diejenigen Tiere, die in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet oder in einem wesentlichen Teil davon, als vom Aussterben bedroht angesehen werden. Tierarten auf der Liste mit der zweithöchsten Schutzstufe sind zwar noch nicht vom Aussterben bedroht, aber extrem gefährdet sind. Kommen Tierarten auf solche Listen, sind die Länder, in denen diese Tiere leben, dazu verpflichtet, diese auch streng zu schützen. Das Problem ist nur: Wann sie dies tun, können sie selbst entscheiden.

„Bei über 70 Prozent der Tierarten mit Schutzstatus wird die Population dennoch weniger.“
Meike Rosenplänter, Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten

Naturschutzvereine wie etwa der WWF und der Internationale Tierschutzfonds kritisieren, dass es für die Umsetzung des Schutzstatus keine zeitliche Begrenzung gibt. Viele Länder würden sich aufgrund von wirtschaftlichen Interessen mit Absicht Zeit lassen, sagt Meike Rosenplänter von den Deutschlandfunk Nova Wissensnachrichten. Das betreffe vor allem Staaten, die von einem hohen Fischfang profitieren.

Viele Staaten entziehen sich der Verantwortung

Hinzu kommt, dass es einige große Staaten gibt, die bei solchen Abkommen gar nicht erst mitmachen. Bei der Uno-Konvention zur Erhaltung wandernder wildlebender Tierarten zum Beispiel fehlen die USA, China, Russland und Japan. Beispielsweise der Jaguar aber wandert von den USA bis nach Paraguay. Außerdem führen auch immer wieder politische Widerstände dazu, dass Tierarten erst so spät aktiv geschützt werden, dass ihre Population schon sehr geschwächt und ihr Lebensraum so klein ist, dass sie kaum noch zu retten sind. Handeln ist aber notwendig: Die Uno geht davon aus, dass eine Million Tierarten vom Aussterben bedroht sind.