Astronomen wollen das Schwarze Loch in der Mitte unserer Milchstraße sichtbar machen. Es ist jetzt schon klar: Das geht nur mit einem Trick. Und sehr hohem Aufwand.

Schwarze Löcher heißen vereinfacht gesagt Schwarze Löcher, weil man sie nicht sieht, weil sie schwarz sind. Ihre Gravitation ist nämlich so hoch, dass ihr nicht einmal Licht entkommen kann.

Aber kann man Schwarze Löcher nicht doch irgendwie sichtbar machen? Das Schwarze Loch an sich tatsächlich nicht - dafür aber die Umgebung. Astronomen auf der ganzen Welt wollen so das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße sichtbarer machen als es bisher ist. Sie erwarten ein Bild, das einen Ring heißer, sichtbarer Materie zeigt. Das Loch in der Mitte wird unsichtbar bleiben.

Teleskope zusammen schalten - ein Mammut-Projekt

Nutzen werden die Forscher dafür eine einmalige Zusammenarbeit: Mehrere Teleskope in verschiedenen Ländern werden virtuell zusammengeschaltet, sodass sie zur exakt selben Zeit (Atomuhr-genau) in dieselbe Richtung zeigen (deshalb müssen sie auf derselben Erdhalbkugel platziert sein). Die Organisation dahinter gleicht einem Mammut-Projekt. Der Projektleiter Sheperd Doeleman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics nennt als Vorbereitungszeit rund 20 Jahre.

Die registrierten Wellen (Strahlen im Prinzip wie Licht, nur ein anderer Frequenzbereich) werden dann zu einem Bild zusammengerechnet, was mehrere Monate dauert. Der Vorteil mehrerer Teleskope: Das Bild wir schärfer.

Und das ist das Ziel: Ein möglichst genaues Bild des Schwarzen Loches im Zentrum unserer Milchstraße - beziehungsweise von der Umgebung drumherum.

"Jemand, der in ein Schwarzes Loch springen würde, wäre, so er es denn überleben würde, was nicht sehr wahrscheinlich ist, der erste Mensch der Welt, der überhaupt mal zu einer Erkenntnis gelangen würde."
Michael Büker, Physiker und Wissenschaftsjournalist

Sollte das gewünschte Bild gelingen, hätten wir eine weitere, aber immer noch sehr kleine Erkenntnis, was Schwarze Löcher eigentlich sind und wie sie funktionieren.

Bei Schwarzen Löchern gibt es eine Grenze, der sogenannte Ereignishorizont, hinter dem die uns zur Verfügung stehende Physik nicht mehr funktioniert und keine ausreichenden Erklärungsmodelle liefert. Sollte es ein Mensch hinter diesen Ereignishorizont schaffen, könnte er womöglich Erkenntnisse liefern, die das Rätsel Schwarzes Loch lösen helfen. Das ist aber ausgeschlossen: Niemand würde diesen Schritt überleben.