Ein spanischer Hobby-Astronom hat auf Bildern des Kometen "Tschuri" einen Mond entdeckt. Gelingen könne das jedem Menschen, der sich für Astronomie interessiere und die nötige Zeit habe, meint Astrophysiker Michael Büker.

Wer einen Mond entdecken will, muss dafür nicht Astrophysik studiert haben. Entscheidend sei es, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und den Fund im Anschluss nachvollziehbar abzubilden, erklärt Michael Büker.

Online-Foren seien zum Beispiel ein guter Weg, sich über die beste Vorgehensweise auszutauschen. Dort sind auch viele öffentliche Leitfäden hinterlegt und ein Großteil der benötigten Software ist ebenfalls kostenlos verfügbar, berichtet der Astrophysiker.

"Man muss nicht Astrophysik studiert haben. Es ist wichtig sich intensiv mit den Thema zu beschäftigen."
Michael Büker, Astrophysiker

Wichtigste Voraussetzungen für Hobby-Astronome: Zeit und Motivation. Es gehe darum, sich intensiv in die Materie einzuarbeiten, um sich bewusst zu machen, wonach genau gesucht werden soll, sagt Michael Büker.

Nachvollziehbarkeit auch für Hobby-Astronome ausschlaggebend

Steht das Ziel einmal fest, ist es im weiteren Schritt maßgebend das für die Suche passende Programm auszuwählen. Nur so werden die Daten richtig ausgewertet.

"Nachvollziehbarkeit ist das A und O in der Wissenschaft."
Michael Büker, Astrophysiker

Damit Wissenschaftler den Fund anerkennen, sollten die Amateur-Astronome folgende Fragen beantworten können:

  • Was untersuche ich?
  • Wie sieht meine Vorgehensweise aus?
  • Woraus stellt sich das Ergebnis zusammen?

Sind diese Fragen durch Fakten und nachvollziehbare Argumente beantwortet und abgebildet, könne auch das von Forschern akzeptiert werden, sagt Michael Büker. Allerdings seien sie bisher noch nicht gewohnt, Forschungsergebnisse aus der breiten Öffentlichkeit zu erhalten.

Der Mond des spanischen Hobby-Astronom

So etwa könnte das beim spanischen Hobby-Astronom passiert sein. Wissenschaftler müssen hier allerdings prüfen, ob der Tschuri-Mond tatsächlich noch da ist. Der Amateur-Astronom untersuchte nämlich Bilder des Kometen, die die Raumsonde Rosetta 2015 aufnahm. Sollte sich der Fund bestätigen, wird der Mond vielleicht nach seinem Entdecker benannt. Der habe in der Regel ein Vorrecht einen Namensvorschlag einzureichen, meint Michael Büker.

Kritik um die Publikation der Rosetta-Bilder

Die Bilder der Raumsonde Rosetta sind mittlerweile alle online verfügbar. 2014 gab es deswegen einen kleinen Shitstorm, weil die Kameradaten für eine lange Zeit beim Max-Planck-Institut für Sonnensystem-Physik lagen. Laut Michael Büker behielt es sich die Europäische Weltraumorganisation vor, diese zunächst selbst auszuwerten und erst im Anschluss an die Öffentlichkeit freizugeben.