Ein neues Gesetz soll die Suchkriterien für ein Endlager für radioaktiven Abfall festlegen. Stimmt der Bundestag dem Entwurf zu, könnte die Lagerstätte bis zum Jahr 2031 nach jahrzehntelanger Suche endlich feststehen.

Bisher glich die Suche nach einem Atommüllendlager in Deutschland eher einem Abnutzungskrieg. Jahrzehntelang war es das vorrangige Ziel vieler Landesregierungen, ein Endlager für Atommüll mit allen Mitteln im eigenen Bundesland zu verhindern. Heute muss man zugeben: Mission erfolgreich.

Doch das soll jetzt endlich anders werden. Dafür haben die Union, SPD und die Grünen heute einen gemeinsamen Gesetzentwurf zur Suche eines Endlagers für Atommüll in den Bundestag eingebracht.

Gorleben jetzt nur noch ein Kandidat von vielen

Laut Entwurf soll in den nächsten 14 Jahren nach wissenschaftlichen Kriterien eine endgültige Lagerstätte für Atommüll gefunden werden. Bei der Suche wird Deutschland als "weiße Landkarte" behandelt. Das bedeutet, dass kein Ort im Vorhinein ausgeschlossen werden soll und eine Vorfestlegung auf den umstrittenen Standtort Gorleben aufgegeben wird.

Bisher existieren in Deutschland bereits zwei Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Das Endlager Morsleben wird seit 1998 nicht weiter mit Atommüll befüllt und soll wegen hoher Einsturzgefahr für 2,2 Milliarden Euro stillgelegt und komplett versiegelt werden.

Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben, das für 2,2 Milliarden Euro versiegelt wird.

Bei dem Schacht Konrad handelt es sich um ein stillgelegtes Eisenerz-Bergwerk, das frühestens im Jahr 2022 radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung aufnehmen soll. In diese Kategorie fallen rund 90 Prozent des deutschen Atommülls. Allerdings sondern diese Abfälle nur ungefähr 0,1 Prozent der kompletten Radioaktivität ab.

Der neue Gesetzentwurf regelt vor allem die hochradioaktiven Abfälle, die auf unterschiedliche Art und Weise eingelagert werden können. Beste Aussichten bieten Salzstöcke, Ton- und Granitformationen, die über einen langen Zeitraum hinweg keine geologischen Veränderungen aufweisen.

"Klar ist, der Atommüll soll in Deutschland bleiben. Ein Export ist nicht vorgesehen."
Georg Ehring, Umweltredakteur

Aber wie die Entscheidung für einen Standort auch immer ausfallen wird. Sie wird ein Blick in die Kristallkugel bleiben, denn auch die modernste Technik und die genaueste wissenschaftliche Analyse können nicht garantieren, dass ein Endlager Millionen Jahre sicher sein wird.