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Wenn Raumsonden beispielsweise auf den Mars geschickt werden auf der Suche nach Leben, will die Forschung natürlich sicher gehen, dass mögliche Funde auch wirklich außerirdisches Leben sind. Und keine blinden Passagiere von der Erde.

Sauber reicht nicht, wenn Nasa und Esa Raumsonden auf den Mars schicken. Daher gibt es extrem strikte Vorgaben, wie Raumsonden vor ihrer Expedition gereinigt werden. Denn wenn auf den Oberflächen der Instrumente Bakterien und Pilzsporen übrigbleiben und sie mitreisen, könnte die Gefahr bestehen, dass sie unter Umständen auf dem Mars landen.

"Wenn wir nach Leben suchen, aber das Leben ist eigentlich von einer Sonde auf den Boden gefallen und wird dann detektiert, kann man sehr schnell zu falschen Schlüssen kommen und sagen: Ja, das ist marsianisches Leben."
Jean-Pierre Paul de Vera, Astrobiologe am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt

Das ist ein Problem, denn wenn die lebenden irdischen Organismen von den Sonden abfallen und schließlich von ihnen auf der Mars-Oberfläche aufgespürt werden, könnten die Forschenden zu falschen Schlüssen kommen, erklärt der Astrobiologe Jean-Pierre Paul de Vera.

Auch High-Tech-Reinigung reicht oft nicht aus

Um das zu verhindern werden alle Sonden und Geräte für Marsmissionen in besonderen Reinräumen zusammengebaut, mit chemischen Substanzen behandelt, mit UV-Licht bestrahlt und erhitzt. Das Problem: Trotz dieser radikalen Reinigung überleben einige der Mikroorganismen.

"In den letzten Jahren haben wir unbewusst sehr überlebensfähige Organismen dadurch gezüchtet, dass wir in sterilen Räumen Substanzen verwendet haben. Auch da findet Leben einen Ausweg und passt sich an."
Jean-Pierre Paul de Vera, Astrobiologe am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt

Einige Mikroben sind wahre Überlebenskünstler. Auf der Erde finden wir sie etwa in der Antarktis, in heißen Quellen oder salzigen Seen. Trotz der lebensfeindlichen Umgebungen konnten sie sich anpassen. So haben die Forschenden ihr Problem teilweise selbst gezüchtet: Die Mikroorganismen, die die Reinigung überleben, haben gelernt, sich daran anzupassen.

Eigentlich würden 120 Grad Celisus reichen

Das Problem ließe sich lösen: mit hohen Temperaturen über 120 Grad Celsius. Aber solche Temperaturen halten auch einige der Materialien der Raumsonde nicht aus. Deshalb wird versucht, solche Teile möglichst im Innenraum anzubringen, damit sie nicht in Kontakt mit der Marsoberfläche kommen.

"Proben vom Mars werden in Containern eingeschlossen – und darin wiederum in mehrere Kapseln. Im Prinzip wie bei einer Matroschka."
Jean-Pierre Paul de Vera, Astrobiologe am Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt

Dasselbe gilt natürlich auch umgekeht: Alles, was vom Mars auf die Erde kommt, darf nicht in Kontakt damit kommen. Nur so lassen sich die Funde analysieren und Rückschlüsse ziehen.

Bisher wurden die Container mit den Mars-Proben nicht geöffnet. Wie sie genau untersucht werden können, ist noch unklar. Möglicherweise werden sie überhaupt nicht auf die Erde gebracht sondern im All gecheckt, zum Beispiel auf der internationalen Raumstation ISS.