Zurzeit sucht die Nasa Leben auf dem Mars. Auch andere Himmelskörper sind im Rennen, zum Beispiel Saturn-Monde. Dass es generell Leben in extremen Situationen geben kann, wissen wir von der Erde.

Die Freude bei der Nasa war groß, als der Roboter Perseverance funktionstüchtig auf dem Mars gelandet ist. Seine Aufgabe: Leben finden. Oder zumindest Indizien für Leben, das es auf dem Mars einmal gab.

Wenn im astrophysischen Sinne von "Leben" die Rede ist, dann ist nicht etwa ein Tier gemeint, das mit bloßem Auge sichtbar ist. Schon das Finden von Mikroorganismen, etwa Einzellern, wäre eine Sensation.

"Die anderen Orte, von denen man vermutet, dass es dort Leben geben könnte, sind viel schwieriger zu erkunden als der Mars. Die liegen zum Beispiel unter einer dicken Eisdecke."
Michael Büker, Astrophysiker

Kriterien, die das Vorhandensein von Leben auf fernen Monden oder Planeten wahrscheinlicher machen, sind: Wärme, flüssiges Wasser, eine geeignete Atmosphäre sowie bestimmte chemische Eigenschaften, etwa organische Moleküle, zum Beispiel Salze.

Auf dem Mars sind diese Bedingungen einigermaßen erfüllt. Zudem ist der Mars relativ nah an der Erde dran, sodass das Aussenden eines Rovers überhaupt realistisch ist. Astrophysiker Michael Büker sagt: "Im Vergleich zu allem anderen ist das Suchen nach Leben auf dem Mars noch am einfachsten."

Im Rennen: Europa, Enceladus, Titan

Auf dem Mars etwas Interessantes zu finden, beruht zudem auch auf dem Wissen, dass der Planet früher einmal der Erde noch ähnlicher war, als er es heute ist – also vor einigen Milliarden Jahren.

Bei der Frage, wo Leben gefunden werden könnte, werden auch drei Monde hoch gehandelt:

  • Der Jupiter-Mond Europa
  • Der Saturn-Mond Enceladus
  • Der Saturn-Mond Titan

Diese Monde sind zwar Eis-Monde, doch haben sie im Inneren einen gewissen Wärme-Vorrat. Es wird davon ausgegangen, dass es auf den Monden also auch flüssiges Wasser gibt. Zudem werde das Vorkommen von organischen Molekülen vermutet. "Die Grundvoraussetzungen für Leben unter Wasser sind vorhanden", so Michael Büker.

"Für mich gehört die Frage nach Leben außerhalb der Erde mit zu dem Spannendsten, was wir überhaupt erforschen können."
Michael Büker, Astrophysiker

Klar ist: Die Bedingungen auf all diesen Planeten und Monden sind nicht optimal. Doch dass Leben auch unter extremen Bedingungen möglich ist, wissen wir von der Erde. Schließlich wurden schon Lebewesen an extremen Orten gefunden. Zum Beispiel Mikroorganismen und Pilze, die:

  • Temperaturen über 70 Grad Celsius aushalten und in heißen Quellen überleben
  • dauerhaft Temperaturen von unter -20 Grad Celsius aushalten
  • in einer Meerestiefe von 10.000 Meter leben
  • hohe radioaktive Strahlung für ihr Wachstum nutzen können und sich im alten Tschernobyl-Reaktorblock ansiedeln

Das Unbekannte erforschen

Wie bei fast jeder Raumfahrt-Mission wird auch immer die Frage nach Kosten und Nutzen gestellt. Astrophysiker Michael Büker sagt: Der Mensch hat schon immer versucht, seine Grenzen zu erweitern. Ob es außerhalb der Erde Leben gibt, ist für ihn eine der spannendsten Fragen überhaupt.