Was ist denn da los? Keine drei Wochen, dann wählt Baden-Württemberg. Und die Grünen könnten die CDU links überholen. Moment mal. Leben da nicht eher konservative Wähler? Wer was wählt, weiß der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider.

Baden-Württemberg hat zurzeit schon einen grünen Landesvater, nämlich Winfried Kretschmann. Seit der vergangenen Landtagswahl 2011 regiert mit Kretschmann erstmals ein grüner Ministerpräsident ein Bundesland. Aber für das Regieren brauchten die Grünen damals die SPD als Koalitionspartner. Und die CDU landete klar vor den Grünen.

Grüne knapp vor der CDU

Das könnte diesmal anders aussehen. Am 13. März wählt Baden-Württemberg. Laut Umfragen liegen die Grünen mit 30,5 Prozent vor der CDU mit 30 Prozent. Knapper Vorsprung, dennoch ein Ding.

Dass die Grünen so gut dastehen liegt an Kretschmann und seiner Politik, sagt der Kommunikationswisschenschaftler Frank Brettschneider. Aber nicht nur. Die CDU sei in der Flüchtlingsfrage sehr zerrissen. "Da kommt beides zusammen", sagt Brettschneider.

"Der Grüne Winfried Kretschmann unterlässt nichts, Merkel in der Flüchtlingsfrage über den grünen Klee zu loben."

Die Flüchtlingspolitik treibe viele CDU-Wähler zu den Grünen, sagt Brettschneider. Die CDU wird deshalb langsam unruhig. Manche nennen Kretschmann schon einen Stalker, der sich an Merkel dranhänge. Aber der wiederum regiert gelassen, fast cool, so Brettschneider. Er gelte als authentisch, rede ohne Sprechblasen. "Er ist sehr pragmatisch, nicht ideologisch. Und das kommt sehr gut an."

"In Baden-Württemberg gibt es relativ viel Bewegung zwischen den Lagern den Wähler."

Außerdem sind die Grünen in Baden-Württemberg generell eher bürgerlich. Nicht nur Kretschmann, sondern auch der Landesverband. Für CDU-Wähler sind die Grünen damit eine echte Alternative.

In Baden-Württemberg sind die Wähler aber auch nicht so festgelegt. Bei Wahlen gebe es starke Wechselbewegungen, so Brettschneider. "Die Lager lösen sich teils auf." Immer dann spielen Themen und Personen eine Rolle, weniger die Parteien.