Am Ende des Sommers müffelt schon mal der ein oder andere Badesee am Uferrand. Ob ihr darin noch schwimmen könnt? Das könnt ihr leicht selbst feststellen.

Der Wasserökologe Andreas Heisig prüft selbst erst auf Sicht, ob ein Badesee noch intakt oder gekippt ist, bevor er Laboruntersuchungen anstellt. Nach diesen Sichtkriterien kann jeder selbst schnell feststellen, ob er noch in den Badesee hüpfen sollte oder lieber nicht.

Im wahrsten Sinne des Wortes ist das Badevergnügen ungetrübt, wenn die Sicht im See über ein, zwei Meter hinausgeht, erklärt Andreas Heisikg. Klare Sichtbedeutet weniger Nährstoffe und weniger Algen befinden sich im Gewässer. Bilden sich Planktonalgen durch den erhöhten Nährstoffgehalt, trübt sich das sonst eher hellgrüne oder bläuliche Wasser dunkel oder milchig.

"Helles, leicht grünliches Wasser oder bläuliches Seewasser hat ganz wenig Planktonalgen, es spiegelt sich das Blau des Himmels wieder. Das wären nährstoffarme Gewässer, die sind in der Regel wunderbare Badegewässer."
Andreas Heisig, Wasserökologe

Dagegen sind Wasserpflanzen ein gutes Zeichen, denn sie helfen dem See, sich zu regenerieren. Sind viele Tierarten im See zu finden, spricht das für eine gute Wasserqualität. Geruchsbildung am Uferrand, wenn im Sommer beispielsweise der Wasserstand zurückweicht, ist kein schlechtes Zeichen. Weniger gut ist aber beispielsweise ein schwarzer, morastiger Grund, auch Faulschlamm genannt.

"Schlechte Zeichen wären milchige Gewässer, dunkelgrüne Farben oder sogar manchmal, das würde dann so Richtung Herbst gehen, so leichte braun-rötliche Farben. Das sind dann sehr häufig nicht nur Algen, sondern auch Cyanobakterien."
Andreas Heisig, Wasserökologe

Wenn Andreas Heisig einen See untersucht, unternimmt er zunächst Sichtungstauchgänge. Dabei achtet er darauf, ob es viele verschiedene Organismen in verschiedenen Entwicklungsstadien gibt. Der Gewässerökologe nennt das Bioindikatoren. Sind diese vorhanden wie die Armleuchteralge in zehn Meter Tiefe, dann weiß er, dass mit dem See alles in Ordnung ist und er keine weiteren Untersuchungen anstellen muss. Sind die Bioindikatoren negativ, nimmt er Proben für Laboruntersuchungen und macht sich auf die Ursachensuche.

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