Vielleicht habt Ihr einen Garten oder einen Balkon oder zumindest ein Fensterbrett, auf dem ein paar Blumentöpfe stehen? Fest steht: Bei Balkon- und Zierpflanzen liegen in diesem Jahr Blumen im Trend, die nicht nur schön aussehen, sondern auch nützlich sind. Zum Beispiel, indem sie Insekten anziehen. So wie der Ziersalbei (Bild).

Jedes Jahr wird in vielen Bundesländern die "Pflanze des Jahres" gekürt. 2019 ist das zum Beispiel die violett-gelbe Beerenschnute im Norden und die orange-gelbe Funny Honey in Baden-Württemberg und Hessen. Gärtnerinnen und Gärtner in Bayern finden den Frechen Michel am besten.

"Der freche Michel ist ein Ziersalbei. Der hat eine wunderschöne Blüte, blüht den ganzen Sommer durch, und er zieht Bienen und Schmetterlinge an."
Roland Öller, Gartenbau-Landesverband Bayern

Pflanzen, die zum Wettbewerb "Pflanze des Jahres" eingereicht werden, sollten sich zum Beispiel durch eine besondere Wuchsform oder Blüheigenschaft auszeichnen und – seit einigen Jahren – auch mehr und mehr dadurch, dass sie Nahrung für Bienen bieten.

Die Bienenfreundlichkeit steht dieses Jahr besonders im Vordergrund. Diese Aktion soll also nicht nur den Verkauf von Garten- und Balkonpflanzen fördern, sondern auch darauf aufmerksam machen, dass jede und jeder von uns, der einen Topf auf ein Fensterbrett stellt, etwas für die Bienen tun kann. Wichtig ist dabei, dass eben nicht alle Pflanzen gleich nahrhaft und geeignet sind für Insekten.

Sterile Blüten sind schlecht für Insekten

Experten sprechen zum Beispiel von sterilen Blüten. Damit sind Blüten ohne Pollen gemeint. Viele Zierpflanzen sind so gezüchtet, dass aus den Staubblättern, auf denen die Pollen und der Nektar sitzen, umgezüchtet wurden in Blütenblätter, damit die Blumen voller aussehen. Das bedeutet aber auch, dass die Blumen nicht mehr viel oder gar keine Nahrung für Insekten bieten. Sie sind dann auch deswegen steril, weil sie keine Samen mehr bilden können.

Roland Öller arbeitet bei der Züchtung von Pflanzen eng mit Bienenexpertinnen zusammen. Und bei der Untersuchung der Pflanze des Jahres 2016 "Bee Dance" haben sie etwas Interessantes herausgefunden, nämlich, dass Bienen anscheinend Unterschiede bei den Farben machen.

"Unsere Hauptfarben waren Orange- und Gelbtöne.Aber die am meisten von Bienen angeflogene Sorte war eine weiße."
Roland Öller, Roland Öller, Gartenbau- Landesverband Bayern

Wer jetzt übrigens denkt: Cool, ich könnte doch eigentlich auf meiner Fensterbank ein bisschen Insektenfutter züchten, der kann, so Roland Öller, einfach mit einem Kräutergarten anfangen: Majoran, Schnittlauch, Basilikum – wenn die Kräuter erst blühen, sind sie bei Bienen extrem beliebt.