Wenn wir Bambus hören, denken wir nicht unbedingt an Kleidung. In den Tropen gibt es Bambussorten, die am Tag einen Meter wachsen. Sie sind somit ein nachhaltiger und günstiger Rohstoff, um daraus Textilien herzustellen.

Von den Herstellern werden wahre Loblieder auf Textilien aus Bambus gesungen: Sie werden als atmungsaktiv, antibakteriell, schnell trocknend und umweltfreundlich beschrieben. Allerdings hat Kleidung aus Bambus nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Rohstoff zu tun. In einem sehr aufwändigen Verfahren wird Bambus zu einer Art Zellulosebrei gemacht. Und daraus werden dann Fäden hergestellt. Die Kleidung, die daraus gefertigt wird, ist eigentlich aus Viskose.

"Bambusviskose, weil das ein Synthesegarn ist, kann man es sehr fein herstellen, viel im Unterwäschebereich, für Socken, die man auf der Haut trägt. Das ist sehr angenehm - wie jede Viskose."
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Aus ökologischer Sicht kann Bambus gut punkten. Polyester besteht zum Beispiel aus Erdöl und ist dadurch weder sehr nachhaltig noch sehr umweltfreundlich. Baumwolle ist zwar beliebt bei umweltbewussten Menschen, aber die Pflanzen benötigen viel Wasser. Um ein Kilogramm Baumwollfasern herzustellen, werden bis zu 20.000 Liter Wasser verbraucht. Außerdem werden die Felder, auf denen Baumwollpflanzen wachsen, oft stark mit Pestiziden gespritzt.

"Unter dem Strich, denke ich, ist Bambus eines von den nachhaltigsten Materialien, das man für Textilien verwenden kann."

Bambuszellulose ist an sich nachhaltig. Im Einzelfall entscheiden aber Anbau und Transport darüber, ob das Produkt als umweltfreundlich gelten darf. Ein weiterer Punkt ist, dass bei der Herstellung von Bambusklamotten giftige Chemikalien eingesetzt werden. Ein weiterer Grund dafür, dass Bambusviskose nicht umweltfreundlich ist.

Industrie hat kaum Interesse an Bambusklamotten

Wissenschaftlerin Andrea Weber Marin hat mit ihremTeam Methoden erforscht, das Bambusgarn aus den Fasern der Pflanze zu gewinnen. Damit könnte man die aufwändige und giftstoffreiche Produktion von Bambusviskose umgehen. Das Material, das daraus entsteht, ist glänzend und reißfest. Bisher hat die Industrie aber wenig Interesse an Bambusgarn. Und solange das nicht vorhanden ist, wird es noch etwas dauern, bis mehr Kleidung aus Bambus in den Läden angeboten wird.