Bankkarte geklaut oder im Automaten vergessen? Das passiert leider. Gut ist es, die Karte direkt bei der Bank sperren zu lassen. Aber das reicht nicht. Ihr solltet auch zur Polizei gehen. Unser Reporter Dominik Peters weiß, warum.

Ticketautomat am Bahnhof. Unser Reporter Dominik Peters lässt seine Karte drin stecken. Dann ist er weg und seine Karte auch. Erst am nächsten Morgen fällt Dominik Peters auf, dass die Karte weg ist. Ob der Automat die Karte geschluckt oder jemand sie aus dem Schlitz gefischt hat, weiß er nicht.

Erster Gedanke: Karte sperren lassen. Dominik Peters ruft die zentrale Sperr-Hotline an: die 116 116. Diese Nummer gilt für viele Banken und rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Er lässt seine Karte sperren und damit könnte die Geschichte zu Ende sein. Ist sie aber nicht.

365 Tage im Jahr erreichbar: die Sperr-Hotline 116 116

Denn die Kartensperrung ist nur die halbe Miete. Sie betrifft allein das PIN-Verfahren. Also wenn ihr mit Karte zahlt und zur Sicherheit eure PIN eingeben müsst. Es gibt aber noch ein Verfahren: die Kartenzahlung plus Lastschriftverfahren. Hierbei zahlt ihr auch mit Karte, aber ihr müsst zusätzlich unterschreiben.

"Die Karten-Sperrung bei der Bank greift nur beim PIN-Verfahren. Aber nicht beim Lastschriftverfahren."
Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Jemand, der eure Karte findet, kann eure Unterschrift fälschen und trotz Sperre in manchen Läden auf eure Kosten einkaufen. 2018 gab es rund 17.000 Betrugsfälle bei Zahlungskarten ohne PIN - dazu zählen aber auch alle Fälle mit Kreditkarten. Die Ermittler konnten nur jeden dritten Fall aufklären, so die Polizeiliche Kriminalprävention des Bundes und der Länder.

Warum die Karten-Sperre nicht auch beim Lastschriftverfahren gilt, könnte damit zusammenhängen, dass die Banken kein großes Interesse an diesem Verfahren haben. Sie verdienen daran nämlich nicht. Wenn ihr mit Karte plus PIN einkauft, müssen die Händler eine Gebühr an die Bank zahlen. Nicht aber beim Verfahren mit Unterschrift.

"Man sollte auf jeden Fall nicht nur bei der Bank die Karte sperren, sondern auch zur Polizei gehen."
Dominik Peters, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Wenn ihr sicher sein wollt, dass eure Karte vollständig gesperrt ist, solltet ihr auch zur Polizei gehen. Egal, ob ihr die Karte verloren habt oder sie euch geklaut wurde. Die Polizei kann die Karte zusätzlich über ein System namens Kuno sperren lassen. Kuno steht für "Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen" und wurde gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland entwickelt.

Kuno-Meldung bei der Polizei

Für eine Kuno-Meldung braucht ihr eure Kontonummer, Bankleitzahl und die Nummer eurer Karte, die Kartenfolgenummer. Die Polizei meldet die Sperre an die teilnehmenden Händler. Dazu gehörten über 95 Prozent aller Geschäfte, die das Verfahren mit Lastschrift anbieten, so Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes.

"Wir haben eine nahezu vollständige Marktabdeckung. Sie können davon ausgehen, dass über 95 Prozent aller, das Lastschriftverfahren anbietenden Geschäfte im Kuno-Verbund angebunden sind."
Harald Schmidt, Geschäftsführer der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes

Die Kuno-Meldung über die Polizei ist kostenlos. Bei den Banken ist das unterschiedlich: Manche nehmen eine Gebühr für die Sperre, andere nicht. Aber die meisten Banken verlangen Geld, wenn ihr euch eine neue Karte bestellt.