Barack Obama hat geweint am Dienstagabend, als er seine Pläne für ein neues Waffengesetz in den USA präsentiert hat. Aber auch wenn die Sache für den Präsidenten eine Herzensangelegenheit zu sein scheint, ist klar - in den Vereinigten Staaten gibt es heftigen Gegenwind - von den Republikanern aber auch von der mächtigen Waffenlobby.

Barack Obamas Taktik beim Thema Waffen in den USA: Er konzentriert sich auf das, was machbar ist, erklärt unser Korrespondent Thilo Kößler. Der US-Präsident will seine Vollmachten voll ausschöpfen, kann allerdings keine Gesetze ändern oder Hand an die Verfassung legen. Obama will darum vor allem bei den Waffenhändlern ansetzen, sagt Thilo Kößler. Bislang gilt: Wer Waffen übers Internet oder auf Waffenshows verkaufen will, braucht dazu keine Genehmigung und muss keine Kontrollen fürchten.

Mehr Kontrolle beim Waffenkauf

Das soll sich jetzt ändern. Und auch die Kunden will der Präsident schärfer kontrollieren. Wie bei Einkäufen in lizenzierten Waffenshops auch, sollen sie einem Background-Check unterzogen werden. Ein ganz neuer Ansatz: Barack Obama will erstmals Geld für die Prävention ausgeben. 500 Millionen Dollar sollen dabei helfen, Menschen mit einer psychotischen Nähe zu Waffen zu therapieren.

Unter den Gegnern dieser Reform tun sich die republikanischen Bewerber für das Präsidentenamt besonders hervor. Der Tenor: Obama will uns die Waffen wegnehmen. Und diesen Besitzstand wollen sie verteidigen. Um Obamas Initiative zu Fall zu bringen, wollen die Gegner daher vor Gericht ziehen. Ganz besonders heftig wütet natürlich die Waffenlobby National Rifle Association. Sie behauptet, rechtschaffene Waffenbesitzer würden durch Obama schikaniert und eingeschüchtert. Außerdem verbitten sich die Lobbyisten "gefühlige Belehrungen", die keinerlei Fakten standhielten.

Trotzdem geht unser Korrespondent davon aus: Obamas Pläne werden vor Gericht bestand haben. Die eigentliche Frage ist eine andere: Werden diese Pläne etwas an der Situation verändern? Obamas Ansatz ist klar: Jeder Versuch lohne sich, wenn damit nur ein einziger Gewaltakt verhindert werde.