Der 2. Juni 1967 war ein Tag, der die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland nachhaltig verändert sollte. Bei einer Demonstration gegen den persischen Schah wurde der Student Benno Ohnesorg erschossen.

Der damalige Schah von Persien, Reza Pahlavi und seine Frau Fara, hatten sich in Berlin angesagt. Während beide beim Abendprogramm Mozarts "Zauberflöte" an der Seite des Bundespräsidenten Heinrich Lübke lauschten, begann auf der Straße eine Schlacht zwischen der Berliner Polizei und einigen Tausend Studenten, die gegen den Besuch des Schahs protestierten.  Für die Demonstranten war der Schah ein Mörder und Diktator. Zudem war er wegen seiner Unterstützung der USA im Vietnamkrieg ins Visier der Studenten geraten.

"Bewegung 2. Juni"

Einer der Studenten war Benno Ohnesorg. Während der Eskalation mit der Polizei flüchtete sich Benno Ohnesorg in einen kleinen Innenhof, wo er aus kürzester Distanz von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras durch einen Kopfschuss erschossen wurde. 

"In den späteren terroristischen Bewegungen spielte dieser Tag - der Tod von Benno Ohnesorg - eine zentrale Rolle, weil er als Begründung diente, dass der Staat zuerst gemordet hat und deswegen weitere Morde als Reaktion darauf gerechtfertigt seien."
Butz Peters, Autor des Sachbuchs "Bewegung 2. Juni"

Die "Bewegung 2. Juni" verübte mehrere Anschläge und Entführungen unter ausdrücklichem Verweis auf den Mord an Benno Ohnesorg. Mit der "Hinrichtung" des Berliner Studenten - so die Logik der Terroristen - habe der Staat den Fehdehandschuh geworfen - die Terrorakte seien Reaktionen auf dieses Ereignis. 

Späte Aufklärung

Der Tod des Benno Ohnesorg kam im Mai 2009 noch einmal in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass sein Mörder, der Polizeibeamte Karl Heinz Kurras, den Studenten gezielt erschossen hatte. Und ohne, dass der Student den Polizisten zuvor bedroht hatte. Das hatten Polizeikollegen aus nächster Nähe beobachtet. Gleichzeitig wurden Unterlagen gefunden, die ihn als Spitzel des Ministeriums für Staatssicherheits der DDR entlarvten. 

Außerdem hört ihr noch in Eine Stunde History:

  • Uwe Soukup hat ein Buch über den Tod von Benno Ohnesorg geschrieben und schildert den Tathergang am 2. Juni 1967  
  • Buchautor Butz Peters über die Bedeutung der "Bewegung 2. Juni" für den RAF-Terror
  • Der ARD-Terrorismus-Experte Holger Schmidt über einen Vergleich des Terrors 1977 und 2017
  • Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld über die politische Entwicklung in den 1960er Jahren, in denen sich viele Studenten radikalisierten und eine außerparlamentarische Opposition bildeten.