Nachts noch schnell was zu trinken organisieren. Oder sonntags die Milch. Oder was uns sonst noch so unter der Woche durchgegangen ist. Der Späti hat immer eine offene Tür. In Berlin könnte die bald geschlossen bleiben. Eine Petition soll das verhindern.

Für viele sind sie ein verlängerter Kühlschrank. Sie haben im Prinzip rund um die Uhr geöffnet. Die Spätis. Im Rheinland heißen sie Büdchen, anderswo Kiosk. In Berlin haben Polizei und Ordnungsamt nun begonnen, die Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen stärker zu kontrollieren. Denn laut Gesetz muss da eigentlich geschlossen bleiben.

Spätis sind wichtig für den Kiez

In den meisten Spätis sind Sonn- und Feiertage die umsatzstärksten Tage. Wenn an denen geöffnet ist, können Polizei oder Ordnungsamt jederzeit dazu auffordern den Laden zu schließen. Außerdem drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro. Solche Summen können sich die Betreiber nicht leisten und lassen die Türen geschlossen. Mit ihrer Petition fordert Christina Jurgeit freies Verkaufsrecht für Spätis auch an Sonntagen.

Weil Spätis für die Kiezkultur so wichtig sind, hat Christina Jurgeit die Petition auf den Weg gebracht. Über 30.000 Unterstützer haben die bislang unterzeichnet. Für Christina Jurgeit geht es nicht nur um den Kiosk von nebenan, sondern um einen Treffpunkt. Für Anwohner, oder auch Touristen, die mal Hilfe brauchen. "Mein Späti lässt mich anschreiben, wenn sonntags das Kleingeld fehlt, und nimmt auch mal ein Paket an", berichtet sie.

Die Späti-Kultur in Berlin ist größer als in andern Städten. Es gibt über 1000 Geschäfte in der Hauptstadt. Gerade in Neuköln und Kreuzberg sind sie so stark vertreten, dass sie den Bezirk beleben und ausmachen. "Die Spätis gibt es zwar überall in Berlin, aber gerade da, wo die türkischstämmigen Familien ansässig sind, sind seit einem Jahr die Kontrollen ganz stark gestiegen", berichtet Christina Jurgeit. Warum das so ist, hat ihr auch die Stadt nicht beantwortet.

"Wenn der Sonntag wegfällt, sind viele Späti-Betreiber bedroht, weil der Wochenumsatz nicht ausreicht, um den Laden zu halten."