Bevor Clubs wieder ihre Tanzflächen auch drinnen öffnen können, hat es in Berlin bereits eine Probenacht gegeben. Ein bisschen normal war das, sagt unsere Reporterin.

Feiern für den Fun und die Forschung und hoffentlich für Modelle, mit denen Clubs regulär öffnen können. Deutschlandfunk Nova-Reporterin Maike Gomm war in der ersten von zwei Nächten dabei, in denen sechs Clubs in Berlin geöffnet hatten.

Gefeiert haben nur Menschen mit Vorverkaufstickets, die einen PCR-Test vorgelegt haben. "Nur Negativgestestete durften abfeiern. Um ganz sicher zu gehen, werden alle nochmal in einer Woche nachgetestet", sagt Maike. So möchte die Clubkommission Berlin ausprobieren, wie Clubs wieder öffnen könnten.

Party mit Unbekannten

Maike war im Festsaal Kreuzberg und im Crack Bellmer unterwegs. Als sie um 23 Uhr dort ankam, war im Festsaal Kreuzberg noch nicht viel los. Später im Crack Bellmer sei die Tanzfläche gut gefüllt gewesen.

"Spätestens nach dem ersten Bier hat es sich wieder normal angefühlt zu tanzen, an der Bar zu stehen, mit Leuten zu quatschen, die man gerade erst kennengelernt hat."
Maike Gomm, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

Bis sie allerdings überhaupt mitfeiern konnte, musste sich Maike durch eine kleine Partybürokratie durchwühlen. "Es war schon schwierig, überhaupt an Tickets zu kommen. Insgesamt gibt es bei dem Pilotprojekt 2000 Plätze und die Tickets waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft", sagt Maike.

Wartezeit, die sich lohnt

Mit dem Ticket bekamen alle Teilnehmenden einen Termin für einen PCR-Test. Maikes Test war glücklicherweise in rund zehn Minuten erledigt, bis zum Ergebnis hat es dann fünf Stunden gedauert. Nach dem Feiern folgt noch ein Kontrolltest: Alle Teilnehmenden müssen nach einer Woche erneut einen PCR-Test machen. Ziemlich viele Termine und viel Zeit für ein bisschen Feiern. Maike findet allerdings, dass es sich lohnt.

"Es ist viel Aufwand, aber ich finde schon, dass es das wert ist. Allein schon, weil man sicher sein kann, dass niemand Corona hat."
Maike Gomm, Deutschlandfunk Nova-Reporterin

"Clubcultur geht nur mit Nähe, mit Anfassen, ohne Maske", sagt Pamela Schobeß. Sie ist Betreiberin des Clubs Gretchen in Berlin. Das Feedback zu den Clubnächten sei durchweg positiv. "Alle Gäste waren wahnsinnig nett, auch wenn sie warten mussten".

Im zweiten Teil des Gesprächs über Clubculture Reboot haben wir mit Pamela Schobeß über den genauen Verlauf des Testens gesprochen und über die finanzielle Seite dieses Probelaufs. Klickt oben auf den Play-Button und hört das ganze Gespräch.

Pamela Schobeß, Betreiberin des Clubs Gretchen
© dpa | Jens Kalaene
Pamela Schobeß, Betreiberin des Clubs Gretchen