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Wegen der Corona-Pandemie startet die Berlinale ausschließlich in einer digitalen Version. Normales Publikum schaut aber in die Röhre. Das Filmfestival bleibt den Menschen aus der Filmbranche vorbehalten.

Voriges Jahr hat die Berlinale Glück gehabt. Das Filmfestival fand ohne Einschränkungen statt, erst am letzten Tag gab es in Berlin dann den ersten registrierten Corona-Fall. 2021 muss das Festival aber auf volle Kinos, rote Teppiche und klassische Pressekonferenzen mit den Stars verzichten. Die Berlinale startet digital.

Berlinale: Filmfestival in zwei Teilen

Die Berlinale ist zweigeteilt. Im Juni soll es ein Summer Special mit Publikum geben, jetzt fängt schon der Branchenteil an. "Das ist für Industrie-Leute und Journalisten", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anna Wollner. "Normales Publikum gibt es nicht."

"Es ist natürlich unrealistisch, alles zu gucken. Selbst die sieben Filme, die ich unbedingt heute sehen will, schaffe ich nicht."
Anna Wollner, Deutschlandfunk Nova

Das macht die ganze Sache ein gutes Stück einsamer, aber nicht weniger stressig. Denn jeden Tag gibt es von 7 Uhr am Morgen bis 19 Uhr am Abend Filme zu sehen. "Ich habe mal durchgezählt, allein heute sind es 22 Filme", sagt Anna.

Wegen dieser hohen Dichte ist es also total unrealistisch einen umfassenden Überblick zu bekommen, selbst, wenn sich Anna nur darauf beschränken würde, die Filme zu gucken, auf die sich auch wirklich Lust hat. Carlo Chatrian, der Berlinale-Leiter, hat deswegen auch den Ratschlag gegeben, man solle nicht auf dem Sofa gucken, sondern auf einem möglichst unbequemen Stuhl. Das erhöhe die Konzentration.

"Auf der Berlinale wird das Kinoprogramm von morgen gemacht."
Anna Wollner, Deutschlandfunk Nova

Der wichtige Wettbewerb um die Goldenen und Silbernen Bären ist dieses Jahr entschlackt, statt 20 Filmen gibt es nur 15. "Es fehlen auch die Amis, die sonst den Glamour nach Berlin bringen", sagt Anna. "Ein digitales Filmfestival bringt denen nichts."

Filmbranche trifft sich digital auf der Berlinale

Dabei ist die Berlinale für die Branche schon wichtig, auch in der digitalen Variante. "Das ist ein Industrie-Event, hier trifft sich die Filmwelt, um eben auch Filme zu kaufen oder verkaufen", erklärt Anna Wollner. "Hier wird also heute das Kinoprogramm von morgen gemacht, denn die Filme sollen ja irgendwann auch ins Kino kommen."

Die Filmpreise werden nach einer Woche Berlinale am Freitag verliehen, am 5. März. Im Sommer folgt dann das Sommer Special vom 9. bis 20. Juni mit vorgeführten Kinofilmen und Publikum. So jedenfalls der Plan.