Der Panda-Nachwuchs im Berliner Zoo verzückt die Menschen. Namen haben die kleinen Zwillinge noch nicht. Aber es gibt Ideen: "Demokratie" und "Freiheit" schlägt der Aktivist Joshua Wong aus Hongkong zum Beispiel vor. Auch wenn es dazu nicht kommen wird, sind Pandabären ein ganz schön politische Angelegenheit. Unsere Reporterin Verena von Keitz erklärt warum.

"Demokratie" und "Freiheit" ist ein Vorschlag. Die Bild-Zeitung nennt den rosafarbenen Bärennachwuchs "Hong" und "Kong". China dürfte von beiden Ideen nur wenig begeistert sein.

China hat den Daumen drauf

Alle Pandabären in Zoos in der ganzen Welt stammen aus China. Damit belohnt der chinesische Staat andere Staaten, mit denen man gute Geschäfte und Beziehungen aufbauen will. Die Bären werden auch nur verliehen, sie bleiben chinesisches Eigentum, das gilt auch für den Nachwuchs. Das Ganze nennt sich Panda-Diplomatie, sagt Verena.

"Alle Pandabären in Zoos in der ganzen Welt stammen aus China. Sie werden auch nur verliehen, bleiben chinesisches Eigentum, das gilt auch für den Nachwuchs. Das Ganze nennt sich Panda-Diplomatie"
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova

Diese besondere Form der Diplomatie funktioniert auch deshalb so gut, da Pandas immer noch eine Attraktion und Besuchermagnet sind. Ein Zoo muss dafür aber auch ordentlich zahlen. In der Regel kostet ein Pärchen im Jahr um die eine Million Dollar Miete, sagt Verena. Der Zoo Berlin gibt auf seiner Internetseite an, er würde pro Jahr und pro Bär 400.000 Euro bezahlen. Dazu kommen hohe Futterkosten für den Bambus, den die Tiere so lieben.

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Chinakritik im Namen ausgeschlossen

Dass die kleinen Berliner Bären wirklich "Freiheit" und "Demokratie" oder "Hong" und "Kong" heißen werden, ist ausgeschlossen, sagt Verena. Der Berliner Zoo will gemeinsam mit chinesischen Vertretern passende Namen finden.

So ist es wohl auch üblich in anderen Zoos mit Panda-Nachwuchs gewesen – in Atlanta, Washington DC, oder im Wiener Tierpark Schönbrunn. Da wurden vorab Namen abgesprochen über Namen die online abgestimmt werden durfte. Heute heißen die Bären Meng Meng (Träumchen) und Jiāo qìng (Schätzchen)

Diplomatische Verwicklungen mit Taiwan

China möchte mit seiner Panda-Diplomatie natürlich ein nettes und sympathisches Bild in die Welt tragen, sagt Verena. Allerdings gab es in der Vergangenheit diplomatische Verwicklungen mit Taiwan wegen den Namen eines Bärenpärchens, das China verleihen wollte.

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Die Namen ergaben zusammen so viel wie Einheit. Das fand die damalige Regierung Taiwans aber nicht witzig. Denn China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz, die eigentlich zur Volksrepublik gehöre. Taiwan hat die Tiere damals abgelehnt.

"Die Namen des Panda-Pärchens hießen nämlich zusammen so viel wie Einheit. China sieht Taiwan ja als abtrünnige Provinz. Das fand die damalige Regierung Taiwans aber nicht witzig und hat die Tiere abgelehnt."
Verena von Keitz, Deutschlandfunk Nova