Umfragen zeigen: Wenn Frauen ihren Beruf und ihre Familie besser vereinbaren könnte, würden auch mehr zur Chefin. Ideen gibt es. Zum Beispiel das Jobsharing.

Unvereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist eine häufig verwendete Redewendung. An ihr scheint etwas dran zu sein, schließlich geben sieben von zehn Frauen an, sie wollen genau deshalb keine Chefin werden.

Es gibt Ideen, wie Unternehmen familienfreundlicher werden könnten. Zum Beispiel das Jobsharing. Susanne Broel hat das sechs Jahre lang gemacht. Sie hat sich die Führungsposition in einer Bank mit einer Co-Chefin geteilt. Die Abstimmung untereinander kostet Zeit, sagt sie. Und es gab auch Mitarbeiter, die versucht haben, die beiden Chefinnen gegeneinander auszuspielen.

Doppelte Berufserfahrung

Auf der anderen Seite sind da die Vorzüge dieses Konzepts: Beide Frauen haben mehr Zeit für anderes, zum Beispiel für die Familie. Bei Krankheit oder Urlaub kann die andere einspringen. Und dann bringen zwei Chefinnen doppelte Berufserfahrung in den Posten ein.

Wer Jobsharing für Quatsch hält: Eine Ausführung von Jobs in Teilzeit gibt es schon - auch in Chefetagen. Manche Männer und Frauen sind gleich in mehreren Vorständen und Aufsichtsräten aktiv.

"Da ist viel Selbstherrlichkeit und Narzissmus einer angeblichen Leistungselite im Spiel."
Pascal Fischer, DRadio-Wissen-Reporter

Nun ist Jobsharing nicht immer möglich, manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen das auch gar nicht. Wie ein Unternehmen für herkömmliche Vollzeit-Jobs familienfreundlicher werden kann, hat die Unternehmensberatung McKinsey gezeigt. Da haben junge begabte Frauen geklagt: Wir sind so oft unterwegs, unsere Babysitter kündigen schon, weil sie mit unseren Arbeitszeiten nicht klar kommen. Ein paar Monate später konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern unter sechs Jahren 1000 Euro Kinderbetreuungszuschuss beantragen. Andere Ansätze, die manche Unternehmen schon verfolgen: Betriebskindergärten. Oder einfach nur ein Laptop fürs Homeoffice.