Wer jetzt in Quarantäne ist, hat viel Zeit. Wer mit Serien durch ist, braucht vielleicht ein paar neue Leseempfehlungen? Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Lydia Herms weiß, wie wir an neuen Lesestoff kommen – auch von Zuhause aus.

Auch wenn die Corona-Krise gerade viel unseres Alltagslebens durcheinanderwirbelt, dürfte sie doch den meisten von uns mehr Zeit bescheren. Zeit, die wir unter anderem damit verbringen können, Bücher zu lesen.

Da die Bibliotheken im Land zu sind, hat sich Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Lydia Herms nach Alternativen umgesehen und festgestellt, wer neue Bücher möchte, muss nur sein Laptop öffnen.

Onlinesammlungen für Klassiker

Das Projekt Gutenberg umfasst beispielsweise urheberrechtsfreie Werke, was bedeutet, dass die Autoren der Bücher seit über 70 Jahren tot sind. Eine illustrierte Ausgabe von Alice im Wunderland von Lewis Caroll gibt es dort beispielsweise zu lesen. Ähnliche Angebote liefern die Seiten zeno.org oder leselupe.de. Amazon bietet die Klassiker für seinen Kindle-Reader ebenfalls kostenlos an.

Die "Onleihe" der Stadtbibliotheken

Für mehr als nur die Klassiker bietet sich die Onleihe der Stadtbibliotheken an. Nicht alle, aber sehr viele Bücher kann man sich hier für 21 Tage ausleihen und auf ein beliebiges Endgerät downloaden. Doch auch da gilt wie in einer echten Bibliothek: Aktuelle und beliebte Bücher sind oft schon ausgeliehen.

Externer Inhalt

Hier geht es zu einem externen Inhalt eines Anbieters wie Twitter, Facebook, Instagram o.ä. Wenn Ihr diesen Inhalt ladet, werden personenbezogene Daten an diese Plattform und eventuell weitere Dritte übertragen. Mehr Informationen findet Ihr in unseren  Datenschutzbestimmungen.

Allerdings benötigt man hierfür einen Bibliotheksausweis. Wer noch keinen besitzt, kann beispielsweise auf die Stadtbibliotheken Göttingen in Niedersachen, Bruchköbel in Hessen oder Niesky in Sachen zugreifen, da diese Bibliotheken auch eine Online-Anmeldung anbieten. Geht auch für alle, die nicht dort wohnen.

Konkrete Büchersuche im Netz

Wer ein ganz bestimmtes Buch lesen möchte, wird eher bei digitalen Bibliotheks-Apps wie Skoobe fündig. Sie funktioniert wie ein Spotify- oder Netflix-Abo und kostet zwischen 12 und 15 Euro im Monat. Das eignet sich übrigens perfekt für die Quarantänezeit, da das Abo monatlich kündbar ist. Eine andere Möglichkeit ist natürlich immer, die Online-Shops bestimmter Verlage zu suchen und die E-Book-Variante des Buches zu kaufen.

Tipps aus dem Nova-Podcast "Das perfekte Buch für den Moment"

Und damit ihr nicht all zu viel Zeit bei der Suche nach guten Büchern verliert, könnt ihr euch einfach auf die Empfehlungen unserer Buchexpertin Lydia Herms verlassen. Da sei euch unser Podcast „Das perfekte Buch für den Moment" ans Herz gelegt, in dem Lydia jede Woche ein neues Buch vorstellt. Aktuell und auf die Schnelle hätte sie folgende Lesetipps für euch:

  • Vampire im Zitronenhain von Karen Russell: „Super schräge Erzählung“
  • SuperTrue Love Story von Gary Shteyngart: „Das perfekte Drama“
  • Purpurnen Flüsse von Jean-Christoph Grange: „Schaurig“

Analoge Haus-Bibliothek

Lydia Herms hat auch noch einen analogen Tipp: Sie hat mit ihrer Hausgemeinschaft eine Art Haus-Bibliothek eingerichtet. In Absprache legen sich hier die Nachbarn gegenseitig die Bücher vor die Tür oder in den Briefkasten, von denen sie denken, dass sie ihren Nachbarn gefallen könnten.

"Wir legen uns in Absprache gegenseitig Bücher vor die Wohnungstür. Das ist dann etwas Neues und eine klare Empfehlung."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Die Aussage eines Forschungsteams des US-Gesundheitsinstituts NIH, dass sich infektiöses Material bis zu 24 Stunden auf einem Papier halte, wurde von Virologe Christian Drosten bereits relativiert. Die Laborbedingungen entsprächen nicht denen unseres Zuhauses. Aber natürlich gilt auch hier: Am besten vor dem Büchertausch einfach ordentlich die Hände waschen.