Geldnot? Dann druck' dir doch einfach selbst welches - das hat sich der Kölner Künstler Hans-Jürgen Kuhl gedacht. Ganze 16,5 Millionen US-Dollar hat er gedruckt in Einhundert-Dollar-Banknoten.

In den späten 1960er Jahren arbeitet Hans-Jürgen Kuhl als Modedesigner. Dann hat der gelernte Grafiker die Idee, Bilder von Andy Warhol zu reproduzieren. Die gehen weg wie warme Semmel und bescheren ihm ein angenehmes Leben. Er hat ein großes Haus, fährt schicke Autos und macht Urlaub in Saint Tropez. Irgendwann ebbt das Interesse an den Warhol-Imitaten ab. Eine neue Idee muss her. Ein Bekannter, den Kuhl immer nur "den Albaner" nennt, bringt ihn auf die Idee Hundert-Dollar-Scheine zu drucken. Für den Künstler ist das in erster Linie auch eine künstlerische Herausforderung.

"Ich hab immer gesagt: Ich würd' den 100-Dollar-Schein gerne so machen, dass er auch vernünftig ist. Und das ist hinzukriegen. Und jedes Problem - mit Papier, mit Farben - das sind alles Probleme, die kann man lösen. Das ist Tüftelarbeit."
Hans-Jürgen Kuhl, Künstler

Falschgeld ist eine schwierige Ware. Die Rohstoffe sind teuer und schwer zu beschaffen. Die Herstellung ist kompliziert und zeitraubend. Und der Markt ist sehr, sehr klein. Gute Fälscher brauchen Know-How, ein sattes Kapital und kriminelle Energie. Zwei Jahre lang hat Kuhl geschuftet. Er hat mit Latexhandschuhen gearbeitet und giftige Dämpfe eingeatmet, weil er sich nicht getraut hat, die Fenster zu öffnen.

Sechs Jahre

Er löst ein Problem nach dem anderen und produziert säckeweise Ausschuss. Den schreddert er, füllt ihn in große Säcke und bringt ihn zur Mülldeponie. Als eines Tages einer der Säcke aufreißt, informieren die Mitarbeiter der Mülldeponie die Kripo. Die untersucht die Papierabfälle, findet geschredderte Briefe mit Kuhls Adresse darin und der Schwindel fliegt auf. Er wird verurteilt und bekommt die Mindeststrafe: Sechs Jahre offenen Vollzug.