Beyoncé und Adidas haben ihre Zusammenarbeit angekündigt. Warum das für beide Seiten ein lohnendes Geschäft ist und was Sportartikelhersteller von der Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern haben, erklärt Anke van de Weyer.

Beyoncé ist nicht einfach nur das neue Werbegesicht von Adidas. Nein, die Zusammenarbeit läuft gleich auf mehreren Ebenen. Denn die Künstlerin wird in Zukunft Sneaker und Klamotten direkt bei dem deutschen Sportartikelhersteller rausbringen. Mit beteiligt an dem Deal ist Beyoncés Modelabel "Ivy Park". Das war zuletzt ein bisschen in die Krise geraten, nachdem Beyoncé die Zusammenarbeit mit der Modekette Topshop aufgekündigt hatte, weil Top-Shop-Besitzer Philipp Green im vergangenen Jahr sexuelle Belästigung und Rassismus vorgeworfen wurden.

"Nachdem es bei ihrem Label Ivy Park letztes Jahr durch die Trennung von Topshop ziemlich turbulent war, kann sie jetzt auf die Infrastruktur von Adidas zurückgreifen, bleibt aber alleinige Besitzerin ihres Labels."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Mit Adidas hätte Beyoncé wieder einen neuen Vertriebspartner. Auf ihrer Website schreibt sie: "This is the parntership of a lifetime for me". Und auch Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Anke van de Weyer findet: "Die Zusammenarbeit ist ein ziemlicher Bossmove." Auch, weil Konkurrent Puma bereits mit Rihanna zusammenarbeitet. Die Sängerin bringt unter dem Namen "Fenty" Sneaker raus. Mit Beyoncé kann Adidas da jetzt ziemlich gut gegenhalten. Außerdem will Adidas mit Beyoncé, die sich als schwarze Frau gegen Rassismus einsetzt, ein Gegengewicht zu Kanye West aufbauen, den der Konzern ebenfalls unter Vertrag hat. Denn der supportet gerade US-Präsident Donald Trump ziemlich offensiv. 

Neben Rihanna arbeitet auch noch The Weeknd mit Puma zusammen. Und auch Nike setzt auf prominente Unterstützung aus der Musikbranche. Dort sind zum Beispiel die Rapper Kendrick Lamar und Travis Scott unter Vertrag.

JAY-Z gegen Kanye West

Ein bisschen Soap-Potential steckt in der Beziehung zwischen Künstlern und Sportartikelherstellern natürlich auch. Aber nicht etwa, weil Beyoncés Ehemann JAY-Z für Puma arbeitet. Der ist da seit Ende 2018 Kreativdirektor in der Basketball-Sparte, und in der Vergangenheit hat sich Beyoncé ganz gerne mal mit den Schuhen ihres Ehemanns gezeigt. Damit dürfte jetzt Schluss sein.

Nein, es gibt Stress zwischen JAY-Z und Kanye West, der ja wie Beyoncé auch mit Adidas zusammenarbeitet. Die beiden Musiker waren mal ziemlich dicke Buddys, sind aber seit Jahren zerstritten. Außerdem können sich Kanye Wests Ehefrau Kim Kardashian und Beyoncé nicht so wirklich leiden. Da steckt eine Menge persönliches Konfliktpotential drin, meint Anke.

"Wenn die jetzt alle irgendwie direkt und indirekt bei einer Klamottenmarke mit drinhängen, da kann man eigentlich schonmal das Popcorn rausholen."
Anke van de Weyer, Deutschlandfunk Nova

Den Markenartikelherstellern dürfte das nur recht sein. Denn das garantiert, dass die Stars auf jeden Fall im Gespräch bleiben - und damit auch reichlich Bildmaterial anfällt auf denen die Klamotten und Sneaker zu sehen sind.

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