Wer per Sofortüberweisung zahlt, überlässt dem Drittanbieter ziemlich viele Daten. Stellt sich die Frage: Was passiert mit den persönlichen Informationen? Und sind andere Online-Zahlungssysteme sicherer?

Vor Kurzem haben wir darüber berichtet, dass der Drittanbieter Sofortüberweisung bei der Transaktion ziemlich viele Informationen von uns bekommt.

Daraufhin kamen viele Fragen - auch nach anderen Zahlungsmodellen - auf. Deshalb haben wir Deutschlandfunk-Nova-Wirtschaftsjournalistin Sandra Pfister mal beauftragt, das genauer zu recherchieren.

Wer beim Onlinekauf die Möglichkeit "Sofortüberweisung" auswählt, zahlt schnell und bequem. Der Haken: Der Kunde muss einem fremden Dienstleister seine Kontodaten offenlegen. Und das passiert nicht ohne Risiko, sagt Sandra Pfister. "Wir kriegen ja nicht umsonst gebetsmühlenartig von IT-Experten eingeimpft, dass wir unsere persönlichen Kontodaten und PINs und TANS nicht an Dritte weitergeben sollen."

"Deshalb sagen Verbraucherschützer: Bei Sofortüberweisung müsst ihr unbedingt auf eine verschlüsselte Verbindung schauen, also das https: davor."
Deutschlandfunk-Nova-Wirtschaftsjournalistin Sandra Pfister

Unklar ist bei Sofortüberweisung außerdem, ob der Drittanbieter im Falle eines Datenmissbrauchs die Haftung übernimmt. Hinzu kommt ein weiteres Haftungsrisiko, sagt Sandra Pfister. Sofortüberweisung haftet nicht automatisch, wenn der Händler nicht liefert oder bei der Rückgabe herumzickt - das passiert nur bei einigen Shops, für die sie Zahlungen abwickeln. "Da shoppen wir also auf Vorkasse - und wenn die Ware nicht kommt oder beschädigt ist, dann ist das Geld erst mal futsch."

Bisher habe es aber keine Missbrauchsfälle gegeben, außerdem prüfe der TÜV sowohl das Datenschutzsystem als auch das Zahlungssystem regelmäßig, sagt Sandra Pfister.

Ist Paypal besser?

Bei Paypal muss der Kunde ein eigenes Konto eröffnen, also sich einmalig registrieren, Kontodaten und Kreditkartennummer hinterlegen. Ein zusätzlicher Schutz ist das Passwort oder die dreistellige Prüfziffer auf der Kreditkartenrückseite, die beim Kauf angegeben werden muss. Außerdem gibt Paypal die Kontodaten nicht an die Händler weiter - im Gegensatz zu Sofortüberweisung. Sandra Pfister schätzt das Bezahlmodell also etwas sicherer ein. Und: Paypal schützt die Käufer besser.

"Wenn Ware beschädigt ankommt, dann lässt sich Geld über Paypal zurückbuchen, und zwar von allen Shops, nicht nur von manchen."
Sandra Pfister

Aber auch bei Paypal gibt es Nachteile: Die Kunden des Bezahldienstes werden ständig per Phishing attackiert - also mit ziemlich echt wirkenden Spammails, die unsere Daten abgreifen wollen.

Außerdem sammelt Paypal angeblich noch hungriger als andere Bezahldienste Daten über ihre Kunden - also was und wo sie kaufen - erstellt Datenprofile und gibt diese weiter, sagt die Wirtschaftsjournalistin. Allerdings machen das fast alle Bezahldienste.

Alternativen zu Paypal und Sofortüberweisung

Wer es lieber altmodisch mag, der kann auf den ziemlich sicheren Kauf auf Rechnung setzen - sofern er von Händlern noch angeboten wird.

Ein anderes System, das sehr sicher ist, aber etwas mehr Aufwand erfordert: Barzahlen.de. "Das ist für alle, die zwar Online bestellen wollen, aber keine Daten im Netz hinterlassen wollen", sagt Sandra Pfister. Bei der Bestellung bekommt der Kunde einen Code zugeschickt, den er dann bei verschiedenen Geschäften einscannen lassen und die Rechnung bezahlen kann. Der Händler schickt die Ware dann los.

Relativ neu ist auch paydirekt.de. Dahinter stecken etablierte Banken. Ein Girokonto bei einem der beteiligten Geldinstitute ist deshalb Voraussetzung. Auch hier ist es ziemlich sicher, allerdings ist es noch nicht besonders verbreitet.

"Sehr sicher. Aber da muss man auch Zeit für haben. Und Lust drauf."
Sandra Pfister über das Zahlmodell Barzahlen.de

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