Jeden Mittwoch um 19 Uhr gehen wir gemeinsam Tanzen. Freitags ist unser Kinotag. Und jeden Sonntag um 20 Uhr haben wir Sex. Gemeinsame regelmäßige Termine sind wichtig für die Beziehung.

Ihr seid frisch verliebt, alles ist toll, alles ist zuckerbunt, alles ist einfach wahnsinnig. Und irgendwann kommt nach ein paar Monaten oder Jahren der Alltag. Grundsätzlich ist es auch gut so, dass der Liebeswahnsinn irgendwann zur Ruhe kommt: Das Hormon-Feuerwerk hält ja niemand auf Dauer aus. Und dann hat das einst frisch verliebte Pärchen kein aufregendes Date mehr, alles ist irgendwie normal geworden. Der romantische Teil der Beziehung kann da schon auf der Strecke bleiben.

Das ist auch logisch: Zu Beginn der Beziehung wohnen die beiden in der Regel noch nicht zusammen, sie beschnuppern sich, jeder zeigt dem anderen seine beste Seite. "Das macht eben auch den Zauber des Anfangs aus, dass man seine Schokoladenseiten zeigt, dass man sozusagen miteinander spielt oder tanzt", sagt die Paartherapeutin Elisabeth Ching-Ying Feurich.

Ihr Tipp für eingeschlafene Beziehungen: Macht mit eurem Partner feste Dates aus! So wie früher.

"Ein gemeinsamer Termin kann Spaß und Freude machen und Leben in die Beziehung bringen, wenn es zum Paar passt."
Elisabeth Ching-Ying Feurich, Paartherapeutin

Gerade wenn ein Pärchen eh schon viel Zeit miteinander im Alltag verbringt, ist ein fest ausgemachtes Date etwas Besonderes. Egal ob es nun ins Kino geht, zum Tanzen oder auf einen Cocktail in einer hippen Bar, alleine und ohne Freunde, die sonst immer dabei sind. "Das ist eine schöne Möglichkeit, um noch mal Vorfreude zu genießen und sich auf seinen Partner vorzubereiten", sagt Elisabeth Ching-Ying Feurich. Und ja, auch ein Date zum Sex ist gar nicht verkehrt.

"Es ist auch wirklich eine gute Idee, sich zum Sex zu verabreden."
Elisabeth Ching-Ying Feurich, Paartherapeutin

Denn eigentlich ist das exakt das, was wir früher schon gemacht haben. Gerade zu Beginn der Beziehung dienen Dates genau diesem Zweck: Sex. Auch wenn es nicht immer so direkt ausgesprochen wird. Das war trotzdem romantisch.

Dienstag, 19 Uhr: Sex mit Schatz. Klingt vielleicht nicht mehr ganz so romantisch. "Das ist das typische Argument, das immer kommt", sagt ElisabethChing-Ying Feurich, "aber dieser Romantikgedanke macht vieles kaputt." Die Vorstellung von aufregendem, spontanem Sex und andauernder Leidenschaft sei unrealistisch, wenn ein Paar seit ein paar Jahren miteinander den Alltag bewältigt.

Die Abmachung "Wir haben am Mittwoch Sex" bedeutet auch, dass sie beide füreinander Zeit nehmen wollen, das sie füreinander da sind, mit Sex, wenn sie Lust haben. "Also ich finde das sehr romantisch", sagt Elisabeth Ching-Ying Feurich.

Wie geht es mir eigentlich?

Die Frage ist: Wann ist der Zeitpunkt gekommen, Sex-Dates, Rendezvous und andere Verabredungen auszumachen? Wann also ist die Beziehung im Alltagstrott angekommen. Der Tipp der Paartherapeutin: Immer dafür sorgen, dass es einem selbst gut geht. "Es sollte der Plan sein, dass es mir mit mir selber gut geht, damit ich meinem Partner die Lieblingsversion von mir selbst, mein Lieblings-Ich zeigen kann." Wenn es dann immer noch kriselt und in der Beziehung nicht rund läuft, kann der Zeitpunkt gekommen sein, die Beziehung im Terminkalender zu planen.

Es muss nicht immer um Sex gehen, es muss kein Date wie im ersten Monat der Beziehung sein. Auch schlichte Gesprächstermine mit der Partnerin oder dem Partner helfen, die Beziehung ein Stück aus dem Alltag zu ziehen. "Das ist auch gefährlich", sagt Elisabeth Ching-Ying Feurich, "aber genau das ist auch gut". Da können dann Dinge zur Sprache kommen, die sonst immer verschwiegen und runtergeschluckt werden. Und natürlich kann es bei solchen Gesprächen ganz schnell zu Streit kommen.

Die Paartherapeutin empfiehlt eine kleine Feedback-Runde zum Beispiel am Wochenende: Jeder verrät drei Dinge, die in der Woche richtig super waren - und eine Sache, die unschön war. Danach ist dann immer noch Raum für weitere Verabredung. Auch zum Sex.