Nach jedem Winter sterben rund 10 Prozent der Bienen. 2015 sind es aber dramatische 30 Prozent. Schuld ist die Varroose - der Befall der Bienen mit der Varroa-Milbe.

Der Deutsche Imkerbund schätzt, dass es dieses Jahr 250.000 Bienenvölker weniger geben wird. Insgesamt sind das 1,3 Milliarden Bienen, rechnet Sebastian Döring von den Wissensnachrichten. Dabei geht er davon aus, dass ein Volk aus ungefähr 6000 Bienen besteht.

"Katastrophenjahr für unsere Bienen"

Schuld sei, laut Imkerbund, einerseits der lange und milde Herbst, der die Bienen dazu verleitete, noch spät im Jahr herumzufliegen, statt ihre Kräfte zu schonen. Insgesamt sei das Jahr 2014 "ein Katastrophenjahr für unsere Bienen" gewesen, sagt der Vorsitzende des Bezirksimkervereins Hechingen, Herbert Breiter. Witterungsbedingt sei das Netkar- und Pollenangebot gering gewesen, es habe zu viel geregnet und der warme Winter habe den Bienen zugesetzt. Ingesamt habe die Situation zu einer Schwächung der Widerstandskräfte der Bienen geführt.

Hinzu kam ein starker Befall der Bienen mit der Varroamilbe. Diese Milbe wurde von der östlichen und asiatischen Honigbiene eingeschleppt. Der Parasit wird etwa einen Millimeter groß und springt der Biene zunächst auf den Panzer. Dann sucht sich die Milbe weichere Hautteile, um sich festzusaugen, erklärt Sebastian Döring. Die Milbe befällt dann die Bienenlarven, die sich dadurch nicht mehr richtig entwickeln.

Kein effektiver Schutz

Der Schutz vor der Varroose - so der Fachname für den Varroamilbenbefall - sei wegen der niedrigen Sommertemperaturen kaum möglich gewesen, sagt Herbert Breiter. Die Imker können ein Schutzmittel gegen den Milbenbefall in die Wabengassen hängen, sagt Sebastian Döring, allerdings würde das nicht flächendeckend von allen Imkern verwendet, so dass sich die Milbe trotzdem verbreite.

"Die Milben wurden durch Rückinfektion der Völker aus benachbarten Völkern immer neu in die Völker eingetragen. Uns hat vor allem das Ausmaß überrascht."
Stefan Fuchs, Bienenforscher

Die verbleibenden 500.000 Bienenvölker werden dieses Jahr weniger Pflanzen und Bäume bestäuben können - und sie werden auch eine geringere Menge Honig produzieren, folgert Sebastian Döring.

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