Sie ist die heimliche Weltregierung: die Bilderberg-Konferenz. Das sagen jedenfalls Verschwörungstheoretiker. Seit 1954 treffen sich dort die Mächtigen aus Wirtschaft, Politik, Medien, Industriebosse, Militär, Hochschulen, Kirchen und Adel. Was dort passiert, bleibt hinter verschlossenen Türen.

Angeblich ist alles ganz privat und informell. Wer wirklich dabei ist, das bekommen die Otto-Normal-Bürger normalerweise gar nicht mit und ohne Einladung hat auch niemand eine Chance, beim Bilderberg-Treffen aufzutauchen. Logisch, dass sich da eine ganze Reihe von Verschwörungstheorien um die Bilderberger und ihre Treffen ranken. Allen voran: Bei den Treffen werden die Geschicke der Welt maßgeblich bestimmt.

Bilderberger bleiben unter sich

Die Bilderberger diskutieren über hochpolitische Themen, zum Beispiel die Krisen in der Ukraine und in Syrien, in welche Richtung die Besprechungen aber gehen, ist unbekannt. "Alle Teilnehmer der Bilderberg-Konferenz müssen sich dazu verpflichten, nicht über die Konferenz zu berichten", sagt Jürgen Roth der als Journalist ein Buch über die Bilderberg-Konferenz und Geheim-Eliten aus Wirtschaft und Politik geschrieben hat. Der Eliteclub will unter sich bleiben.

"Die Bilderberg-Konferenz ist noch lange keine Weltregierung. Aber durch diese Bewegung zur totalen Intransparenz werden die demokratischen Institutionen ignoriert."
Journalist Jürgen Roth über die Bilderberg-Konferenz

Die Teilnehmer beschränken sich vor allem auf den Nordatlantik, Afrikaner oder Asiaten sind nicht eingeladen. "Wenn sich Militärs, Geheimdienste, Rüstungschefs in intimer Atmosphäre treffen, dann machen sie das, weil sie bestimmte Interessen haben", sagt Roth: Sie wollen ihre Politik durchsetzen und umsetzen. Der Mangel an Transparenz sei undemokratisch.

Zu viele verschiedene Meinungen

Als Weltregierung taugt die Konferenz deswegen aber nicht: Die Interessen der Teilnehmer seien viel zu unterschiedlich, sagt Roth. Die USA hätten zum Beispiel völlig andere geopolitische Vorstellungen als die Europäer.

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