Wissen, wo das Fleisch herkommt. Beim Crowd-Butchering teilt man sich gemeinsam mit dem Online-Schwarm eine ganz bestimmte Kuh. Geschlachtet wird erst, wenn alle Teile verkauft sind.

Crowd-Butchering nennt die Schweizer Plattform kuhteilen.ch ihr Marktmodell - eine Art Biofleisch-Sammelbestellung. Man bekommt hier allerdings kein anonymes Rind zugeliefert, sondern ein ganz bestimmtes Tier. Per Name, Ohrnummer und Standort des Biobauern ist es eindeutig zuzuordnen. Und um noch mehr geht es den Machern: Sie wollen nichts verschwenden. Geschlachtet wird erst, wenn alle Teile der Kuh verkauft sind: also auch Knochen, Zunge oder Hufe. Dass genügend Käufer zusammenkommen, dafür sorgt die Online-Plattform, die die unterschiedlichen Interessenten verbindet.

Im Moment gibt es dieses Modell nur in der Schweiz. Auch die Kosten für das ausgesuchte Fleisch orientieren sich eher an Schweizer Preisen: Die möglichen Pakete von vier oder acht Kilogramm liegen bei 40 Euro pro Kilo. Theoretisch sind solche individuellen Vorbestellung natürlich auch in Deutschland möglich. Nur liefern die meisten Biobauernhöfe nicht selbst und verkaufen eher noch größere Mengen ab 20 Kilogramm. Etwas unpraktisch - es sei denn man tut sich zusammen.

​Ein Ferkel unter Freunden

Wie sich das Biofleisch-Sharing in Eigenregie organisieren lässt, hat Steffen aus München vorgemacht. Gemeinsam mit Freunden hat er ein eigenes Ferkel gekauft und auf einem Biobauernhof aufziehen lassen. Solange bis es ein Gewicht von 100 Kilo erreicht hatte: Dann kam es zur Schlachtung und das Fleisch wurde unter 15 Freunden verteilt. Die pro Nase investierten 50 Euro, sagt Steffen, haben sich auf jeden Fall gelohnt: "Das ist ein Tier, das langsam herangezogen wurde, das merkt man einfach". Gemerkt hat er das nicht nur an der Qualität des Fleisches. Auch in den Monaten zuvor konnte er sich davon überzeugen, wie es dem Tier geht.