Biohacking-Kits machen es möglich, zu Hause am Küchentisch an den Genen von Bakterien und Hefen rumzuschnibbeln. Der Erfolg wird nicht sehr groß sein - das Risiko auch nicht.

Chemie, Programmieren, Elektronik – wofür gibt es nicht alles Experimentierkästen. Was bisher in der Reihe fehlte: Mikrobiologie und Gentechnik. Bisher.

Wer will, kann sich inzwischen aber auch ein Experimentier-Set dafür bestellen und dann zu Hause Bakterien gentechnisch verändern. In der Praxis heißt das: Mit Pipetten Flüssigkeiten zusammenschütten und hoffen, dass die genetische Veränderung irgendwie sichtbar wird - etwa durch die Eigenschaft, im Dunkeln zu leuchten.

In Deutschland nicht erlaubt

In Deutschland müsste man sich einen solchen Kasten allerdings auf Umwegen besorgen. Denn per Gesetz sind gentechnische Arbeiten nur in entsprechenden Anlagen erlaubt - der Küchentisch gehört nicht dazu. In den USA und in Großbritannien sieht das anders aus.

Der Inhalt eines Biohacking-Kits:

  • Pipetten
  • Petrischalen
  • Gummihandschuhe
  • Mikrozentrifuge
  • Nährmedium für die Mikroorganismen
  • Bakterien und/oder Hefepilze

Wissenschaftler haben vor einigen Jahren "CRISPR-Cas9" entdeckt. Das ist ein molekulares Werkzeug, das auch "Genschere" genannt wird. Mit ihr lässt sich DNA durchschneiden und verändern. "Crispr macht Biohacking wirklich kinderleicht", sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Jenny Rieger, "zumindest wesentlich einfacher, als es vorher war".

Allerdings kann von "schnibbeln" eigentlich nicht die Rede sein. Praktisch gesehen schüttet der Hobby-Laborant Flüssigkeiten zusammen.

Besser keine Bakterien aus der Küche mitkultivieren

Mit Crispr lässt sich einem normalen Coli-Bakterium zum Beispiel ein Gen einbauen, dass es dazu bringt, im Dunkeln zu leuchten.

Zu Hause mit Bakterien rumhantieren und sie verändern - man könnte meinen, das sei gefährlich, weil dabei Krankheitserreger entstehen könnten. Die Sorge ist allerdings unbegründet. Die verwendeten Bakterien und Hefen finden sie sich sowieso im menschlichen Körper und in der Küche wieder. Aber: Wer aus Versehen fiese Durchfallbakterien mitkultiviert, wird das eventuell zu spüren bekommen.