Beim Zustellen bekommen es Briefträger*innen und Paketzusteller*innen schon mal mit Hunden zu tun. Berufsstarter*innen stellt das vor Herausforderungen. Ein Training soll sie darauf vorbereiten.

Jeden Tag werden in Deutschland im Schnitt fünf Postbot*innen von Hunden attackiert. Etwa jeder zweite Angriff ist so schwer, dass das Opfer mehrere Tage ausfällt. Manche fallen auch mehrere Wochen aus.

In einer Schulung lernen Auszubildende daher, wie sie reagieren können, wenn ein aggressiver Hund sie während der Arbeit stört. Es sei wichtig, nicht unvorbereitet in solchen Situationen zu sein, sagt Hundetrainer Michael Pfaff.

Postbot*innen vertrauen zu sehr auf Besitzer*innen

Da viele Auszubildende noch keine Erfahrung im Umgang mit Hunden haben, werden sie zunächst in der Theorie geschult. Anschließend wird das Gelernte in der Praxis angewendet: In einer Übung lässt der Besitzer die Leine los. Der Hund schnappt sich das Paket und rennt weg.

"Die Postzusteller sind nicht sensibilisiert, was den Umgang mit Hunden betrifft. Sie vertrauen zu sehr auf die Besitzer und vergessen, den Hund zu beobachten."
Michael Pfaff, Hundetrainer

Laut Michael Pfaff wäre der richtige Weg, dem Besitzer in einer kritischen Situation aus sicherer Entfernung zuzurufen, dass dieser den Hund wegbringen soll.

Bevor der Hund nicht weg ist, sollten sich Briefträger*innen also nicht nähern. Ein Problem sei auch, dass sich viele zu sicher fühlen, wenn der Hund hinter einem Zaun sitzt. Für einen ausgewachsenen Schäferhund sei es aber kein Problem, über so manchen Zaun zu kommen.

Gefährlich wird es, wenn ein Hund mit dem Bellen aufhört

Wenn ein ruhiger Hund auf einen zukommt, ist damit zu rechnen, dass er zupackt, sagt Hundetrainer Michael Pfaff.

"Hunde, die nicht bellen, beißen nur dann nicht, wenn ein Mensch dominant auftritt. Sehr ruhige Hunde sind am gefährlichsten."
Michael Pfaff, Hundetrainer

Für dieses Szenario gibt es in dem Seminar eine Übung: Die angegriffene Person soll sich verteidigen, indem sie das Paket mit beiden Händen zwischen sich und der Schnauze des Hundes hält. So lasse sich ein Hund wegdrücken.

Der größte Fehler im Aufeinandertreffen mit einem Hund sei es, Angst zu zeigen, sagt Michael Pfaff: "Wenn ich Hunde ignoriere, haben sie kein Interesse mehr."