Ein akustischer Hinweis ist das Einzige, was Moderator Thilo Jahn jetzt helfen kann. Er hat ein Blind Date - und das im Studio. Wird Thilo erraten, was der unbekannte Besucher, der kurz vorbeischaut, beruflich macht?

Harald Valder denkt sich Quizfragen für Gameshows aus. Seine Kollegen und er schreiben beispielsweise die Fragen für "Wer wird Millionär". Ein ungewöhnlicher Beruf. Moderator Thilo Jahn kann deswegen auch nicht herausfinden, was der Beruf seines Studiogastes ist. Im akustischen Hinweis, den er bekommt, wird mit einem Stift auf ein Blatt Papier geschrieben und ein jubelndes Publikum ist zu hören.

"Die Millionen-Fragen sind sehr, sehr schwierig, aber für diesen Gewinn muss eine Frage noch andere Ansprüche erfüllen, als einfach nur schwierig zu sein."
Harald Valder, Quizfragen-Autor

Der Alltag inspiriert zu neuen Fragen

Während seines Studiums hätte Harald Valder wahrscheinlich selbst kaum erraten können, welchen Beruf er eines Tages ergreifen würde. Er bewarb sich auf die Stelle und wurde sofort genommen. Seitdem recherchiert er in Tageszeitungen, Lexika und im Internet und denkt sich Wissensfragen aus. Aber auch im Alltag hält Harald Valder nach neuen Fragen Ausschau. Als beispielsweise deutsche Bäckereien damit anfingen, Bagel zu verkaufen, inspirierte das die Quizautoren aus Valders Team zur Frage: "Was ist ein Bagel?". Mit seinen Kollegen bespricht er, welche Fragen gut sind und welche wieder verworfen werden. Sie entscheiden auch, welcher Schwierigkeitsstufe eine Frage zugeordnet wird.

"Eine gute Frage muss die Leute interessieren: Sie muss Diskussionspotenzial bieten, sie muss die Zuschauer dazu animieren, mitzuraten.
Harald Valder, Quizfragen-Autor

Während der "Wer wird Millionär"-Sendung sitzt Harald Valder oder einer seiner Kollegen in der Regie und achtet darauf, dass die Fragen von Günther Jauch richtig vorgelesen werden. Wenn Missverständnisse entstehen oder der Moderator in irgendeiner anderen Form Hilfestellung braucht, können die Fragenautoren über seinen Bildschirm mit ihm chatten. Wenn er nicht bei der Aufzeichnung dabei ist, schaut sich Harald Valder die Sendungen im Fernsehen an, damit er die Reaktionen des Kandidaten und des Publikums mitbekommt. Denn für die unteren Schwierigkeitslevel sollte eine Frage witzig formuliert sein, für die höheren muss sie interessant sein. Vor allem dürfen Fragen nie zu speziell sein.