Jakobkreuzkraut ist mit seinen goldgelben Blüten sehr hübsch, enthält aber einen Giftstoff. Und der kann für Rinder und Pferde, aber auch für Menschen gefährlich sein. Aber es gibt eine Lösung.

Im Jakobskreuzkraut steckt Pyrrolizidin-Alkaloid. Dieser Stoff lagert sich in der Leber ab und kann nicht abgebaut werden: Es kann zu Leberschäden kommen. "Über die Haut werden diese Giftstoffe aber nicht aufgenommen", erklärt Kathrin Schwarz, Landschaftsökologin an der Uni Kiel. Wer das Kraut nicht isst, muss sich also keine Sorgen machen. Für Tiere und Landwirte sieht das aber anders aus.

Jakobskreuzkraut ist gefährlich für Tiere

Zwar fressen Pferde und Rinder die Pflanze wegen enthaltenen Bitterstoffe sowieso nicht. Aber über das Heu könnte Jakobskreuzkraut dann doch an sie verfüttert werden. 200 Gramm der Pflanze, täglich über zwei bis drei Monate eingenommen, könnte den Tod eines Pferdes bedeuten, die doppelte Menge könnte ein Rind töten. Das berichtet die Landwirtin Angela Kern in der Bergischen Landeszeitung. Problematisch sei, dass das Kraut sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt hat.

Darum kämpft Kathrin Schwarz gegen das Jakobskreuzkraut: "Da sind Pferdehalter von betroffen, oder Landwirte, die Heu gewinnen möchten, aber auch Imker." Und gemeinsam mit der Landschaftsökologin kämpfen: sehr viele Blutbären.

So sieht der Blutbär als Schmetterling aus.
© imago images | Blickwinkel

Der Blutbär, auch Jakobskrautbär genannt, ist ein Schmetterling und trägt seinen blutigen Namen wegen seiner schwarz-roten Flügel. Als Raupe ist er ein Spezialist, wenn es um das Vernichten von Jakobskreuzkraut geht: Er frisst besonders gerne alkaloidreiche und für die meisten anderen Tiere giftige Pflanzen. Jakobskreuzkraut ist also ein gefundenes Fressen.

"Der Blutbär soll dem Landwirt helfen, auf umweltverträgliche Art und Weise das Jakobskreuzkraut zurückzudrängen."
Kathrin Schwarz, Landschaftsökologin Christian-Albrechts-Universität Kiel

Kathrin Schwarz setzt ganz gezielt die Raupen des Schmetterlings auf Massenbeständen des Jakobskreuzkrauts aus. "Sie sollen dem Landwirt helfen, auf umweltverträgliche Art und Weise das Jakobskreuzkraut zurückzudrängen", sagt sie. Bei Erfolg kann auf den Einsatz von Herbiziden verzichtet werden.

Die Blutbären lassen sich Zeit

Der Nachteil ist, dass es länger dauert, bis die Raupen die Pflanzen erfolgreich bekämpft haben. "Es dauert ein paar Jahre, bis es Ergebnisse gibt", sagt Kathrin Schwarz. Der Vorteil dieser biologisch kontrollierten Bekämpfung ist aber, dass sowohl Raupe wie auch Gewächs einheimische Arten sind. Das heißt: "Es ist nicht davon auszugehen, dass wir das Ökosystem großartig verändern."

Seit 2016 sitzen die Raupen auf den geschädigten Flächen und es gibt immerhin erste Erfolgsmeldungen: Auf zehn Flächen wurden Blutbären ausgesetzt, auf neun davon haben sie sich erfolgreich angesiedelt. Und lassen sich das Jakobskreuzkraut schmecken.